Florentino Pérez (79) und José Mourinho (63) verbindet ein Ziel: Sie wollen noch einmal nach ganz oben im europäischen Fußball, mit Real Madrid auf den Thron der Champions League. Pérez holte Mourinho deshalb für 15 Millionen Euro Ablöse von Benfica Lissabon zurück. Zwischen 2010 und 2013 arbeitete „The Special One“ bereits für die Königlichen. Einmal wurde er Meister, in der Königsklasse scheiterte er dreimal im Halbfinale. Dann kam es zum Krach mit der Mannschaft. Pérez handelte, wie Pérez handelt: Trainerwechsel.
Das will der Unternehmer jetzt ändern. Mourinho soll in der Kabine aufräumen. Stars wie Vinícius Júnior (25) spielen zu häufig für sich. Sie trainierten mehr nach Lust als nach Plan. Von ihren Trainern nahmen sie Freiheiten gerne an. Kritik? Taktische Disziplin? Harte Arbeit? Lieber den nächsten Trainer.
Mourinhos Job bei Real: Erziehungshelfer
Die Verpflichtung von Mourinho erscheint nicht als Neuanfang, sondern als Hilfeschrei nach einem gnadenlosen Erziehungshelfer. Was dem neuen Chef entgegenkommt. Der Portugiese muss sich nicht neu erfinden, sondern kann sein Ego ausleben, die Stars disziplinieren.
Als bestes Mittel gegen exzentrische Kicker wirken weitere Stars. Der Konkurrenzkampf macht sie besser oder zu Ersatzspielern. Darauf setzen Pérez und Mourinho. Allerdings hat der gerade im Amt bestätigte Präsident seinem neuen Trainer bisher keine Weltstars präsentiert, sondern nur Luftschlösser.
Hollands Nationalspieler Denzel Dumfries kommt von Inter Mailand
Die Verpflichtung von Denzel Dumfries (30) von Inter Mailand löst bei Real noch keinen Jubel aus. Der Holländer macht höchstens dem schwächelnden Trent Alexander-Arnold (27) Beine, der es nicht in den WM-Kader Englands geschafft hat. Innenverteidiger Ibrahima Konaté (27), der ablösefrei vom FC Liverpool kommt, ist sicher eine Verstärkung. Auch Marc Cucurella (27/von Chelsea) macht als Linksverteidiger die Abwehr sicherer. Für Glanz sorgen sie alle nicht.
Olise und Doue sind nicht zu haben
Pérez kündigte einen Spieler der Kategorie „150 Millionen Euro“ an. Das klingt groß. Allerdings bekommen die Spanier dafür keinen Weltstar. Zwar denken sie an Michael Olise (24) vom FC Bayern und an Désiré Doué (21) von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain. Aber beim deutschen und beim französischen Meister schmunzeln sie über solche Summen. Diese Klubs brauchen kein Geld aus Star-Verkäufen, sie brauchen die besten Spieler.
Hinzu kommt: Real hat nach dem Verlust der Aushängeschilder wie Cristiano Ronaldo, Benzema, Ramos, Kroos, Modric in den vergangenen Jahren die Anziehungskraft auf der höchsten Stufe des Weltfußballs verloren.
Neuer Name enthüllt: Mourinho will Lautaro Martínez
Einen ersten, zumindest etwas schillernden Star hat Real dennoch an der Angel. Nach Informationen von SPORT BILD soll Lautaro Martínez (28) von Inter Mailand kommen. Der argentinische Weltmeister von 2022 ist der Kapitän des italienischen Meisters, steht dort bis 2029 unter Vertrag. Pérez war am Torjäger schon einmal dran. Ablöse: über 100 Millionen Euro. Martínez gilt als hungriger Profi und Anführer. Seine Verpflichtung würde sicher auch die Kabinen-Hierarchie aufmischen.
Bei der WM stürmt Lautaro Martínez
Der Transfer von Martínez’ Landsmann Julián Álvarez (26) scheiterte in der vergangenen Woche. Die angekündigten „150 Millionen Euro“ hatte Pérez dem Nachbarn Atletico öffentlichkeitswirksam geboten. Der Stadtrivale reagierte postwendend mit der Absage und dem Verweis auf die Ausstiegsklausel: Álvarez kostet 500 Mio.
Der Vorgang wirkt wie ein Schauspiel. Zum Verlierer wird dabei neben dem Spieler, der wegwill, der wahre Feind – der FC Barcelona. Auch die Katalanen sind an Álvarez interessiert. Bezahlen können sie ihn jetzt sicher nicht mehr. Ein kleiner Erfolg für Pérez nach zwei Jahren ohne Titel. Ob Mourinho die Wende schafft?

