Für kurze Zeit galt Adrian Mutu (46) als DER neue Superstar im Fußball. Doch dann häuften sich die Skandale. Doping, Drogen, Gewalt. Jetzt spricht der rumänische Ex-Fußballer darüber, wie seine Karriere hätte verlaufen können – und wird dabei brutal ehrlich.
Mutu im Interview mit dem englischen „Telegraph“: „Die Einnahme von Kokain während meiner Zeit bei Chelsea war der schlimmste Fehler meines Lebens. Ich war allein und traurig, aber weder Depressionen noch irgendetwas anderes rechtfertigten mein Handeln. Null Toleranz – das war Chelseas Politik in Bezug auf Drogen. Und ich denke, das ist fair.“
Und weiter: „Ich habe den Preis dafür bezahlt. Ich war überrumpelt. Ich war an dieses Leben nicht gewöhnt. Ich war unvorbereitet. Ich kam in einer turbulenten Zeit bei Chelsea an, und ich war in zu vielen Ausreden und Lügen gefangen. Ich war zu jung und zu allein.“
Adrian Mutu (46) hat nach seinem Karriere-Ende den Wandel zum Trainer vollzogen
Rückblick: Der ehemalige Offensiv-Star landete 2003 beim FC Chelsea, legte dort einen starken Start hin. Vier Tore in den ersten drei Spielen. Doch dann ging es bergab. Als Berichte über sein wildes Privatleben die Runde machten, verlor er endgültig seinen Platz im Team.
Der Tiefpunkt: Im September 2004 flog Mutu bei einem Drogentest auf – Kokain. Der Rumäne wurde von der Uefa daraufhin für sieben Monate gesperrt. Später versuchte er sein Glück unter anderem bei Juventus (2005 bis 2006) und Florenz (2006 bis 2011), doch an seine Glanzzeiten kam er nie mehr heran.
Rückblickend sagt Mutu jetzt: „Ich habe viele Male darüber nachgedacht. Ich glaube, dass ich mehr als eine Saison lang zu den besten Spielern der Welt gehörte, sodass ich ihn (Ballon d’Or; Anm. d. Red.) locker hätte gewinnen können. Aber schlechte Entscheidungen haben mich daran gehindert. Ich versuche, mir deswegen keine Vorwürfe zu machen.“
Bis heute ist Mutu Rumäniens Rekordtorschütze (35 Tore in 78 Länderspielen). 2016 beendete er seine aktive Karriere, danach versucht er sich als Trainer. Bis vor wenigen Tagen stand er beim rumänischen Erstligisten FC Petrolul Ploiesti an der Seitenlinie.

