Die Daikin Handball-Bundesliga knallt wieder los. Sechs Tage nach dem WM-Finale gibt es gleich das Meister-Duell zwischen dem THW Kiel und dem SC Magdeburg (20.30 Uhr, Dyn).
Kiels Kapitän Domagoj „Dule“ Duvnjak (36), der in Oslo im Finale stand, wird verletzt fehlen. Und das einige Wochen.
„Dules Ausfall ist fatal für uns“, bestätigt Kiels Geschäftsführer Viktor Szilagyi (46). „Dule war die zentrale Figur in unserem Spiel, in Abwehr und Angriff. Und wenn da der Kapitän fehlt, ist das natürlich eine Riesen-Schwächung. Die gilt es jetzt irgendwie aufzufangen.“
Duvnjak ist DER Leader auf und neben dem Feld. Der Hit gegen Magdeburg – ein Endspiel um die Champions League ohne den Chef. Melsungen marschiert vorneweg, Kiel (4 Punkte) und Magdeburg (3) haben schon Rückstand. Verlieren verboten!
Duvnjak fehlt im Kampf um Champions League!
Szilagyi ehrlich: „Ich will die Partie gar nicht runterspielen. Natürlich hat sie eine wahnsinnig hohe Bedeutung. Da muss man nur auf die Tabelle schauen. Man sieht, wie eng das alles zusammenliegt. Und da wiegt natürlich jeder Plus- und jeder Minuspunkt sehr stark. Gerade, wenn es ein direktes Duell ist. Wir haben keinen Puffer in der Tabelle, sondern wir sind immer noch in einer Phase des Aufholens. Insofern wäre es ein Rückschlag, wenn man direkt am Anfang Minuspunkte einfahren sollte.“
Die Jagd auf Platz 1 erfolgt vorerst ohne Duvnjak, der wohl erst gegen die Rhein-Neckar Löwen (9.3.) zurückkehren wird.
Duvnjak hatte sich im zweiten WM-Spiel gegen Argentinien an der Wade verletzt. Statt WM-Aus bat ihn seine Mannschaft zu bleiben. Dule sollte bei seinem finalen Turnier der Nationalmannschaft auch mental helfen.
Die medizinische Betreuung, so heißt es beim THW, sei mit den Kieler Ärzten abgesprochen und gut umgesetzt worden. Dule blieb und half – auch auf dem Feld. Humpelnd schleppte er sich zum Ende der Hauptrunde bei Überzahl aufs Feld, dirigierte die Kroaten. Das sei gegen Magdeburg ausgeschlossen, heißt es beim THW.

Bei der Feier vor rund 100.000 Menschen ließen die Kollegen ihren Kapitän Domagoj Duvnjak fliegen
Und Duvnjak? Dessen Silbermedaille glänzt längst golden. „Riesen Respekt, was die Dänen in den vergangenen Jahren gemacht haben. Unfassbar. Das ist Handball einer anderen Welt“, erkennt er neidvoll an.
Und: „Ich bin einfach glücklich. Das wird in meinem Kopf das ganze Leben bleiben, das geht nicht weg. Ich habe immer, das kann ich abschließend sagen, immer alles gegeben.“ Auch für den THW (Vertrag bis 2026).
Und auch bei der WM-Party in Zagreb vor rund 100.000 Fans. Dule geflasht: „Der Empfang war unglaublich, überwältigend.“
Ähnlich wird es am Abend in Kiel sein, wenn der THW – mit den Weltmeistern Magnus Landin und Emil Madsen – in der mit rund 10.000 Zuschauern ausverkauften Wunderino Arena einläuft. Aber ohne Kapitän Duvnjak.



