Der Transfer von Marko Grgic (21) vom ThSV Eisenach zur SG Flensburg-Handewitt ist DER Paukenschlag des Handball-Sommers.

Der erst für 2026 geplante Wechsel ging bereits jetzt über die Bühne, obwohl Eisenach immer betont hatte, Grgic nicht abgeben zu wollen. Doch der Nationalspieler soll seinen bis 2027 laufenden Vertrag gekündigt und so seinen Wechsel erzwungen haben.

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Die heile Handball-Welt bröckelt

Eisenach-Manager René Witte sagte zu BILD: „Ich bin grundsätzlich dafür, Verträge einzuhalten. Ich sehe einen Trend, bei dem wir aufpassen müssen.“ Bob Hanning, Geschäftsführer des Meisters Füchse Berlin, appelliert, den Trend zu stoppen: „Ich bin immer dafür, dass Vertragswerke eingehalten werden, denn dafür wurden und werden sie ja gemacht. Laufen die Verträge aus, hat jeder wieder einen neuen Handlungsschlüssel.“

Tatsächlich scheint die heile Handball-Welt, die sich durch Fair Play auf und neben der Platte vom Milliarden-Business Fußball abgrenzen will, zu bröckeln.

Denn Grgic ist kein Einzelfall. In dieser Woche wechselte Andri Runarsson von Leipzig nach Erlangen, nachdem sein Vater Runar Sigtryggsson als Trainer des SC DHfK entlassen worden war. Runarsson legte dabei eine Papa-Klausel im Vertrag zu seinen Gunsten aus, hätte es wohl auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, wenn sich die Vereine nicht geeinigt hätten.

Im vergangenen Sommer hatte Manuel Zehnder – in der Saison 2023/24 Torschützenkönig – seinen Vertrag beim HC Erlangen gekündigt. Die Wirksamkeit der Kündigung wollte er mit einer einstweiligen Verfügung bestätigen lassen, scheiterte vor Gericht in zwei Instanzen.

Der SC Magdeburg kaufte Zehnder schlussendlich für 470.000 Euro aus seinem Vertrag raus.

Klar, dass diese Vorgehensweisen bei den Klub-Bossen nicht gut ankommen. Erlangens Präsident Carsten Bissel wird gegenüber BILD deutlich: „Wenn ein Spieler trotz Vertrags wechseln will, sich die Parteien einigen und der Spieler rausgekauft wird, ist das legitim. Aber wenn man versucht, Vereinbarungen, die man trifft, zu negieren, sind das Auswüchse, die ich völlig indiskutabel und auch charakterlos finde.“

Bissel weiter: „Der Handball gibt da ein Stück seiner Identität ab. Ich würde so etwas nicht machen, das haben wir aktuell bewiesen.“ Im Fall Runarsson hielt sich Erlangen zurück, drängte nicht auf eine juristische Lösung, um den Vertrag aufzulösen. Am Ende flossen noch 70.000 Euro Ablöse nach Leipzig.

Leipzigs Geschäftsführer Karsten Günther setzt auf den Fortbestand der Werte in seinem Sport: „Im Handball ist die Vertragslaufzeit bisher nicht nur ein Preisschild, sondern ein Bekenntnis, auf das Vieles aufbaut. Es wäre schön, wenn wir das bewahren und der Rest eine Ausnahme bleibt.“

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Quelle: BILD/ DYN

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