Mit wem soll man in der Daikin Handball-Bundesliga eigentlich gerade mehr Mitleid haben? Die kleine und ehemalig mal feine Auswahl bezieht sich auf aktuell zwei Klubs: den HC Erlangen und die SG Flensburg-Handewitt.

Die Erlanger stolpern so dermaßen durch den Liga-Keller, dass einem die Augen beim Zuschauen weh tun. Die Flensburger, zu Saisonbeginn als Titel-Kandidat gehandelt, lassen keinen Fettnapf aus, werfen Mikros inzwischen besser als Bälle und sorgen mit ihren eigenen Aussagen für überregionales Kopfschütteln.

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Die Lage der Handball-Liga: FLENNsburg – uns kommen die Tränen

Fangen wir im hohen Norden an. SG FLENNsburg – was ist aus Dir geworden? Ein Klub mit hohen Ambitionen, bei dem die Zündschnur nicht mehr nur kurz, sondern kaum noch vorhanden ist.

Ein Klub, der seinen Trainer Nicolej Krickau vor die Tür setzt, um erst danach ein Profil für dessen Nachfolger zu erstellen. Hat Sportchef (oder doch schon heimlicher Geschäftsführer?) Ljubomir Vranjes nach dem Rauswurf sogar zugegeben: „Morgen werden wir uns erst mal hinsetzen und unser Profil erarbeiten. Was wollen wir eigentlich?“ Das ist ungefähr so wie Schnitzel kaufen aber keine Pfanne haben.

Den Gipfel des schlechten Geschmacks lieferten die FLENNsburger beim Pokal-Aus in Melsungen ab. Mads Mensah packte sich in einer Auszeit das Mikro über der Spielertraube und feuerte es auf die Platte. Jim Gottfridsson faselte danach davon, dass Melsungen die Auszeiten ausspioniert habe. Da treibt es einem Lach-Tränen in die Augen.

Die Krönung vom FLENNsburger Mikro-Gate lieferte Sportchef (oder doch schon heimlicher Geschäftsführer?) Vranjes ab: „Wir haben das intern geregelt. Erst mal möchte ich mich natürlich entschuldigen – das ist nicht, wofür wir stehen. Wir sollen das Mikro natürlich in Ruhe lassen. Alles andere haben wir mit Melsungen geklärt und gucken nach vorne.“

Das Problem dabei, Herr Sportchef (oder doch schon heimlicher Geschäftsführer?): Mit wem auch immer Sie etwas geklärt haben wollen – die Melsunger waren es jedenfalls nicht. Geklärt ist lediglich und vor allem endlich der Wechsel von Johannes Golla nach Nordhessen. Im Sommer 2026 kommt er nach Hause. Es sei denn, Sie wollen ihn vorher noch für eine knappe Million verkaufen, Herr Sportchef (oder doch schon heimlicher Geschäftsführer?).

Hören wir im Süden beim HC Erlangen auf. Minus 9 zu Hause gegen Lemgo (zuvor vier Pleiten in Serie!) auf die Lippe gekriegt, Tabellenvorletzter. Welche Sportart auch immer das sein soll, was die Erlanger mit gefärbten Haaren (Metzner rot, Nissen blau) da auf die Platte legen – nach Bundesliga-Handball sieht’s weiterhin nicht aus.

Die Mittelfranken bezeichnen sich gerne als einzigen bayerischen Erstligisten. Bleiben sie so konstant wie zuletzt, sind sie nächste Saison einer von mindestens drei bayerischen Zweitligisten.

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Quelle: DYN

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