Die Fitness First Würzburg Baskets sind als Zweiter Bayern-Jäger Nummer 1 in der Easycredit Basketball-Bundesliga, ihr Topspiel bei Rasta Vechta am Sonntag (16.30 Uhr) wird live im Free-TV bei WELT und im kostenlosen Stream bei SPORTBILD.de übertragen. Der Würzburger Erfolg ist eng mit ihrem Trainer verbunden: Der stand bei europäischen Top-Klubs wie Partizan Belgrad oder der AS Monaco unter Vertrag – allerdings nie besonders lange. Sasa Filipovski hatte sechs verschiedene Basketball-Teams in den letzten zehn Jahren.
Sein sportliches Glück hat Filipovski (51) im beschaulichen Würzburg gefunden. Seit mehr als vier Jahren ist er bei den Baskets, führte den Klub mit zwei Halbfinal-Teilnahmen zurück in die Bundesliga-Spitze. Doch wirklich zufrieden ist der Slowene nie. Dabei ist ein Titel für ihn gar nicht wichtig. Im Gegenteil: „Einen Titel gewinnen zu wollen, ist ein gefährlicher Gedanke! Für einen Titel müssen wir uns einfach weiter anstellen und auf unsere Zeit warten“, erklärt Filipovski. „An einen Titel kannst du denken, wenn du eine Struktur wie ein Meister hast. Wenn du wie ein Meister bezahlen kannst. Und wenn du organisiert bist wie ein Meister. Dann kannst du daran denken, nicht vorher. Denn wenn du zu hungrig bist und dir den Mund gierig mit Erdbeeren vollstopfst, verschluckst du dich.“
Sasa Filipovski: „Es wäre eine Schande, wenn diese Arena nicht gebaut wird“
Für die Entwicklung des Klubs wäre eine neue Arena in Würzburg elementar wichtig. Derzeit spielt der Klub in der Tectake Arena, die auch gern mal romantisch als Turnhölle bezeichnet wird. Mit 3100 Plätzen sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten für die Baskets jedoch äußerst begrenzt. Doch die mögliche neue Arena wird in Würzburg immer mehr zum Politikum.

Coach Sasa Filipovski mit seinem Team
„Seit mehr als 15 Jahren warten alle in Würzburg auf diese neue Arena. Und sie wird nicht nur für den Sport benötigt, auch für die Kultur und andere Veranstaltungen“, sagt Filipovski. „Ohne Arena hast du weniger Gäste in der Stadt, weniger Tourismus. Wie Cäsar es schon gesagt hat: Brot und Spiele. Deshalb wäre es schlau, wenn die Arena käme und die Politiker ihre Versprechen hielten und den Bürgern das gäben, was sie ihnen versprochen haben. Es wäre eine Schande, wenn diese Arena nicht gebaut wird.“
Würzburg-Coach Sasa Filipovski: „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“
Denn selbst das steht nicht fest. Geschweige denn, wann sie fertig würde. „Ob ich das noch erleben werde? Keine Ahnung“, sagt Filipovski. „Ich bin hier, weil ich mich hier gut fühle. Ich habe hier meine Freiheit bei der Arbeit. Ich habe nicht nur Ergebnisse erarbeitet, sondern auch die Struktur, wie zwei Physiotherapeuten, einen Team-Manager, mit aufgebaut.“
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Filipovski, der mit seiner Frau in Würzburg lebt, hat noch Vertrag bis 2027. Trotzdem gab es vor einem Jahr das hartnäckige Gerücht über einen möglichen Wechsel zu Alba Berlin. Was auch daran lag, dass er dies nicht klar dementierte. Und auch jetzt lässt er sich alle Möglichkeiten offen: „Unser Staff ist gut miteinander verbunden, die Chemie stimmt und die Werte auch. Deshalb ist mein Verbleib definitiv von diesen Verbindungen abhängig und ob diese Leute hier bleiben können. Wenn nicht, müsste ich woanders etwas Neues aufbauen. Mit neuen Visionen, neuen Dingen“, sagt er deutlich. Und macht eine Pause. „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“


