Kurz darauf ging ein monatelanger Transfer-Poker los, der jetzt mit dem sofortigen Wechsel zur SG Flensburg-Handewitt endet.
SPORT BILD kennt die Hintergründe der Wechsel-Schlammschlacht.
Eigentlich war der Transfer zur SG für 2026 beschlossen und verkündet. Eine Ausstiegsklausel über 50.000 Euro machte den Torschützenkönig (301 Tore) zum Schnäppchen.
Doch Grgic hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er schon 2025 wegwill aus Eisenach. SPORT BILD erfuhr: Ende Juni machte er Ernst – und kündigte seinen bis 2027 laufenden Vertrag zum 31. Juli 2025.
Grgic mandatierte die Rechtsanwältin Barbara Haupenthal (Schwerpunkt Sportrecht) von der Kanzlei HRB Legal (Saarbrücken). Haupenthal – eine Ex-Fußballerin in erster und zweiter Liga – war sich sicher, einen Formfehler in Grgic’ Vertragsveränderung entdeckt zu haben. Im Februar 2024 hatte der Rückraum-Star seinen Kontrakt bis 2027 verlängert.
Eine verspätete Unterschrift im Vertrag soll bewirkt haben, dass aus dem befristeten Vertrag automatisch ein unbefristeter wurde. Unbefristete Arbeitsverträge sind mit vier Wochen zum Monatsende kündbar, das machte sich Grgic zunutze.

Grgic beim Laktattest mit seinem neuen Trainer Ales Pajovic (l.) und Flensburg-Kapitän Johannes Golla (M.)
„Wir haben den Vertrag mehrfach anwaltlich prüfen lassen“, sagt Eisenachs Geschäftsführer René Witte (47) zu SPORT BILD, „alle haben uns versichert, dass er wasserdicht ist.“ Weil sich aber auch die Grgic-Seite sicher war, recht zu bekommen, lief es auf einen monatelangen Rechtsstreit am Arbeitsgericht hinaus.
Dass es dazu nicht kam, liegt an Flensburg und Dänen-Star Mads Mensah (33). Der Weltmeister wollte unbedingt zurück in die Heimat zu Skjern Håndbold.
SG-Sportdirektor Ljubomir Vranjes (51) zu SPORT BILD: „Mads kam Anfang Juli auf uns zu und sagte, dass er ein Angebot eines anderen Vereins vorliegen hat. Wir haben uns daraufhin um Alternativen bemüht.“
Marko Grgic: Im ersten Flensburg-Jahr verzichtet er auf ordentlich Gehalt
Flensburg rechnete zu diesem Zeitpunkt nicht damit, dass sie Grgic bekommen könnten. Dann bekam Vranjes – der einen guten Draht zu Grgic-Berater Sasa Bratic (43) pflegt – von der Kündigung des Nationalspielers Wind: „Vor einigen Tagen ging dann plötzlich eine Tür auf, sodass wir in die Gespräche mit Eisenach gegangen sind. Diese Gespräche waren sehr positiv, konstruktiv, respektvoll und zielführend. Die beiden Wechsel von Mads und Marko sind eine sehr gute Lösung – für Mads Mensah, die SG, Marko Grgic und den ThSV Eisenach“, erklärt Vranjes.
Eisenach kassiert ordentlich Kohle. Über die Höhe der Ablöse gibt es widersprüchliche Angaben, einige Insider sprechen von 250.000 Euro, andere von über einer halben Million. Flensburg konnte das stemmen, weil der Klub zum einen Ablöse aus Skjern für Mensah (rund 100.000 Euro) bekommt und Grgic zum anderen auf einen Teil seines Gehalts verzichtet.
Edel-Fan: Habeck feiert Schlitzohr-Tor
Statt für 25.000 Euro monatlich, wie ab 2026 vereinbart, spielt der Nationalspieler in der kommenden Saison für rund 10.000 Euro pro Monat weniger. Zu den insgesamt 120.000 Euro Gehaltseinsparungen kommt, dass bei der Ablöse erfolgsabhängige Boni ausgehandelt wurden, die erst später fällig werden.
Eisenach hat zwar viel Geld, ist aber trotzdem der Verlierer: Der ThSV steht ohne seinen wichtigsten Spieler da. „Wir wissen, dass viele uns jetzt wieder für den Abstiegskandidaten Nummer 1 halten“, sagt Manager Witte.


