In diesem Spiel waren so richtig Emotionen drin!
In der Daikin Handball-Bundesliga bezwang der ThSV Eisenach vor 2850 Zuschauern in der auuverkauften Werner-Assmann-Halle den TVB Stuttgart hauchdünn mit 28:24 (14:16). Hitzig ging es dabei nicht nur auf dem Parkett zu …
Die ersten Pfiffe gab es schon vor dem Spiel – als Trainer Misha Kaufmann mit seinen Stuttgartern die Platte betraten. Einige Eisenacher Fans haben eben nicht vergessen, wie sich Kaufmann über Monate aus Thüringen weggekelt hat, um zu den Schwaben zu kommen.
Aus den Buhrufen wurde schnell Applaus, als verkündet wurde, dass Kapitän Peter Walz seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat. „Ich fühle mich hier heimisch“, sagte Walz, der seit 2021 unter der Wartburg spielt. Manager René Witte ergänzt: „Er ist einer der Gesichter des ThSV – als Kapitän führt er die Mannschaft Woche für Woche an.“
Held Heinevetter mit Paradenserie
Zum Spiel: Das war von Beginn an eine enge Kiste, erst nach einer knappen Viertelstunde nach dem 8:8-Ausgleich durch Stephan Seitz übernahmen die Stuttgarter das Kommando, kamen binnen 90 Sekunden zu einem Drei-Tore-Vorsprung. Bemerkenswert: Die Kaufmann-Schützlinge blieben bis zur Pause bei null technischen Fehlern. Diese saubere Leistung wurde zwischenzeitlich mit einer 15:11-Führung belohnt. In die Kabinen ging mit 14:16 aus Eisenacher Optik.
Doch nach dem Seitenwechsel erlebten die Kaufmänner erst einmal ihr kultklubblaues Wunder!
Innerhalb von siebeneinhalb Minuten drehten die Thüringer die Partie, kamen dank eines 6:1-Laufes zu einer eigenen 20:17-Führung. In dieser Phase überragend: Torwartlegende Silvio Heinevetter mit vier Paraden!
Der Heine Wahnsinn: Erst bot er sich bei einem Freiwurf selbst als Werfer an, dann parierte er in der 47. Minute einen Siebenmeter von Kai Häfner. Jetzt schallten sogar „Heine“-Sprechchöre durch die Halle.
Stuttgart schaffte die Wende nicht
Und die läuteten die Crunchtime ein: Stuttgart gab sich nicht geschlagen, hielt den Druck auf die Hausherren hoch. Doch näher als zwei Tore kamen die Schwaben nicht mehr heran.
Fünf Minuten vor dem Ende traf Stephan Seitz zum 27:23 – und hinten hielt Heinevetter, der auf bärenstarke neun Paraden kam, mit seiner überragenden Abwehr seinen Kasten weiter dicht. Stuttgart gelang in der Schlussphase gerade noch ein Treffer.
Und am Ende dirigierte der Keeper sogar noch die singenden Fans, die den Kaufmännern stimmgewaltig nahelegten: „Ihr könnt nach Hause fahren!“


