„Ich bin Trainer, um Punkte zu holen. Das ist meine Aufgabe.“

Sagt Runar Sigtryggsson (52), Coach des SC DHfK Leipzig. 17 Zähler hat er in dieser Saison geholt. 14 davon in der Hinrunde. Nur gut. Sonst hätte der einst so aufstrebende Klub sogar um den Erhalt der Handball-Bundesliga fürchten müssen.

Bundesligareif war das Desaster zuletzt gegen Lemgo (26:35) schon mal nicht mehr. Immerhin: Pfiffe der eigenen Fans blieben den Spielern vom fassungslosen Publikum erspart.

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Ausgerechnet die Jubiläumssaison (zehn Jahre erstklassig) wird für den Klub, der noch vor drei Jahren an Europa schnupperte, zum Desaster.

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Das allein am Trainer festzumachen, wäre allerdings falsch. Wobei sie in Leipzig intern noch immer Christian Prokop hinterhertrauern, der als Bundestrainer zur Nationalmannschaft gelockt wurde – und nun mit Hannover für Furore sorgt.

„Es gibt viel zu tun! Für alle!“ Das teilte Geschäftsführer Karsten Günther nach der Blamage gegen Lemgo auf Nachfrage von SPORT BILD mit. Eine Trainerdiskussion gebe es nicht. Weil er sich offenbar selbst eingesteht, dass bei Transfers und Verträgen in den letzten Jahren große Fehler gemacht wurden.

Jüngste Beispiele nach diversen Missverständnissen (unter anderem Sime Ivic und Marino Maric) zuvor: Der Vertrag von Macej Gebala wurde erst bis 2028 verlängert – um ihn dann doch letzten Sommer nach Erlangen abzugeben. Teuer für die DHfK, weil Gebala 200.000 Euro Abfindung kassiert haben soll.

Viggo Kristjansson, der mit Franz Semper im Rückraum für Furore sorgen sollte, wollte trotz Vertrags bis 2027 frustriert weg – und durfte es. Immerhin holte Leipzig von Erlangen noch rund 300.000 Euro Ablöse raus. Rechnete sich zumindest betriebswirtschaftlich.

Spielmacher Luca Witzke (nächste Saison in Flensburg) wäre schon im Winter übrigens auch am liebsten abgehauen. All das spricht nicht unbedingt für ein intaktes Betriebsklima.

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Und das sieht man auch auf der Platte. Die sprichwörtliche Leipziger Mentalität ist derzeit im Eimer – weil auch altgediente Spieler wie beispielsweise die Kapitäne Simon Ernst und Lukas Binder so ihre Probleme haben. Das alles in den nächsten Monaten zu korrigieren, wird eine Mammutaufgabe für den neuen Sportdirektor Bastian Roscheck.

Günther selbst versucht die Sponsoren irgendwie bei Laune zu halten. Ein Etat von 7,5 Millionen muss schließlich auch für die nächste Saison gestemmt werden. Viel Geld (was ohnehin sehr knapp ist) für derzeit ganz wenig Leistung. Daran wird sich letztlich doch auch Sigtryggsson messen lassen müssen – schon am Freitag beim Kellerduell in Göppingen.

Der Grund, dass er am Montag kurzerhand ein Doppel-Training ansetzte. Straftraining könnte man es wohl auch nennen …

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