Sie wurde zum 8. Mal Pokalsiegerin und zum 7. Mal Deutsche Meisterin. Und steht jetzt wie alle anderen Spielerinnen von Pleite-Klub HB Ludwigsburg zunächst vor dem Nichts.

Der Double-Sieger hatte Insolvenz angemeldet und allen Spielerinnen freigestellt, sich einen neuen Verein zu suchen. Bei Karolina Kudlacz-Gloc ist es jedoch umso bitterer, weil sie nach ihrer zweiten Baby-Pause (Sohn Luka ist nun acht Monate alt, Jakub acht Jahre) mit aller Kraft erfolgreich um ihr Comeback gekämpft hatte, noch ein Jahr Handball-Bundesliga in Ludwigsburg spielen wollte, um dann ihre erfolgreiche Karriere zu beenden.

Handball: Star aus Ludwigsburg nimmt emotional Abschied

Diese Chance wurde ihr nun genommen. Karolina sagt zu SPORTBILD: „Ich habe das noch gar nicht verarbeitet. Ich bin nur glücklich, meine Familie bei mir zu haben. Da ist jemand, um den man sich kümmern muss, sodass man sich nicht zu viele Gedanken machen kann. Es kam sehr unerwartet, wir haben das erst vor zwei Wochen erfahren und auf einmal ging alles sehr schnell. Ich sehe kein Licht irgendwo. Es ist schwierig.“

Foto: BILD

Was sie besonders beschäftigt: „Es geht um Existenzen und das Leben von Menschen, die mit Herzblut dabei waren. Das ist einfach sehr, sehr traurig. Es tut weh.“ Wem macht Sie die größten Vorwürfe? Karolina, studierte Psychologin, wehrt ab: „Es macht keinen Sinn, Vorwürfe zu machen. Was bringt mir das? Es ändert doch nichts.“

Wie geht es jetzt für sie weiter? „Ich bin noch nicht so weit, um eine endgültige Entscheidung zu treffen. Es tut verdammt weh, weil ich wusste, dass es meine letzte Saison sein wird. Ich habe hart gearbeitet, um wieder meine beste Form zu bekommen. Ich habe mich wirklich gefreut auf diese Saison, weil ich wirklich topfit bin nach meiner zweiten Geburt. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Ich weiß jedoch, dass ich der Handballwelt noch viel zu bieten hätte. Aktuell habe ich aber alle Anfragen abgelehnt, weil ich es mental einfach nicht schaffe. Unser ganzes familiäres Leben ist auf den Kopf gestellt.“

Macht sie sich finanzielle Sorgen? „Ich bin nicht der Mensch, der viel braucht, um glücklich zu sein. Wir sind gesund, das ist am wichtigsten.“

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