„Wir sind der erste ostdeutsche Klub, der einen nationalen Titel gewinnt. Das macht uns stolz“, sagt Geschäftsführer Martin Geissler (40) zu Recht.
Doch nun droht dem Klub, der mit 3,9 Millionen Euro den niedrigsten Etat der Basketball-Bundesliga (BBL) hat, der Kader-Zerfall!
Mit John Bryant (37) und Akeem Vargas (34) haben nur zwei der 13 Spieler einen Vertrag für die nächste Saison. Der Rest steht vor dem Absprung.
Vor allem Michael Devoe (25), MVP des Pokal-Final-Fours, ist heiß begehrt. „Wenn er bleiben würde, wäre das ein genauso großes Wunder wie unser Pokalsieg“, sagt Geissler.
Basketball: Top-Stars bei Pokalsieger Syntainics MBC vor dem Absprung
Auch der Deutsch-Thailänder Martin Breunig (33) ist kaum zu halten. „Für ihn ist es verlockend, in Asien zu spielen. Bei den Gehältern dort kann kein BBL-Klub auch nur annähernd mithalten“, sagt Geissler.
Weltmeister Johannes Thiemann (31) beispielsweise verdreifachte beim Wechsel von Alba Berlin zum japanischen Klub Gunma Crane Thunders sein Jahresgehalt auf eine Million Euro.
Ebenfalls begehrt ist Spencer Reaves (29). Bei der Vertragsgestaltung sind Geissler die Hände gebunden: „Bei uns schließen die meisten Spieler keinen mehrjährigen Vertrag ab, weil sie davon ausgehen können, dass sie im nächsten Jahr woanders deutlich mehr verdienen können. Wenn wir die Hälfte des Kaders halten könnten, wäre das ein toller Erfolg.“
Doch der MBC steht noch vor weiteren Herausforderungen. In der nächsten Saison schreibt die BBL einen Mindestetat von vier Millionen Euro vor. 2027 müssen es 4,5 Millionen, 2029 fünf Millionen sein. „Die volkswirtschaftliche Lage ist nicht gut, das merken auch unsere Partner, die aus der Industrie kommen“, sagt Geissler.
Modernes Basketball-Märchen: Mega-Außenseiter schreibt deutsche Sportgeschichte!
Nächste Baustelle: Die Halle. Momentan fasst die Stadthalle Weißenfels 3000 Plätze. Ab der Saison 2032/33 sind von der BBL mindestens 4500 vorgeschrieben. „Eine neue Arena für 30 bis 50 Millionen Euro zu bauen ist keine Sache, die man heute oder morgen entscheiden kann, aber über die man sprechen muss“, sagt Geissler.
Er hofft dabei auch auf öffentliche Hilfe von Stadt, Landkreis und dem Land Sachsen-Anhalt.


