Wissen Sie noch? Ziemlich genau 20 Jahre ist es her, dass in Baden-Baden die Hölle losbrach. Im Juni 2006, zu Beginn unseres WM-Sommermärchens, bezog die englische Fußball-Nationalmannschaft mit Superstar David Beckham ihr Quartier im Schlosshotel Bühlerhöhe. Einige Bewohner Baden-Badens fürchteten, dass englische Fans, die ihre Stars sehen wollen, im beschaulichen Schwarzwald-Städtchen für Chaos sorgen würden.
Doch die Apokalypse kam in anderer Gestalt: mit riesigen Sonnenbrillen und Handtaschen, knappen Outfits, Kreditkarten ohne Limit und jeder Menge Durst. Englands Spielerfrauen waren „in town“. Ihre Kommando-Zentrale: das noble Hotel „Brenner’s Park“. Von dort starteten sie ihren Angriff auf die Alkohol-Bestände von Baden-Baden.
Ashley Cole und Freundin Cheryl spazieren durch Baden-Baden
Während ihre Männer mal wieder dem Traum nach dem ersten großen Titel seit 1966 nachjagten, ließ es die Truppe um Wayne Rooneys spätere Frau Coleen, Ashley Coles damalige Partnerin Cheryl und Victoria Beckham derart krachen, dass englische Sportreporter von „Hooligans mit Kreditkarten“ schrieben. Englische Reporter waren es übrigens auch, die während der WM den Begriff „WAGs“ erfanden. Die Abkürzung für „Wives and Girlfriends“ ist seitdem weltweit bekannt.
Abbey Clancy, Partnerin von Peter Crouch
Die feierfreudigen Frauen wurden von Paparazzi auf Schritt und Tritt verfolgt und avancierten zu „größeren Superstars als die Spieler“, beschrieb England-Star Rio Ferdinand die Situation rund ums Team. Über die Party-Exzesse der „WAGs“, bei denen horrende Bar-Rechnungen ans Licht kamen, sagte er in der BBC-Doku „England 2006: Die verlorene Generation“: „Baden-Baden war ein absolutes Chaos.“
Coleen McLaughlin (2.v.r.), spätere Ehefrau von Wayne Rooney, hat Spaß im Europa-Park in Rust
Restaurant musste Bier nachbestellen
Die Mehrheit der Geschäftsleute in Baden-Baden freute sich allerdings über die englischen Spielerfrauen und Freundinnen. BILD berichtete damals u.a. über einen rekordverdächtigen Shopping-Rausch. Innerhalb einer Stunde sollen sechs Spielerfrauen mal eben 80.000 Euro ausgegeben haben. Beliebteste Anlaufstelle seinerzeit: die Edelboutique „Monika Scholz“ (Dolce & Gabbana, Prada, Versace …), deren Inhaberin sich wünschte, „dass England lange im Turnier bleibt …!“
McLaughlin bringt ein paar neue Kaltgetränke
Diese Hoffnung hatte auch Tortora Carmine, Chef des Edel-Restaurants Garibaldi, das von Victoria Beckham und Co. regelmäßig leergetrunken wurde. 700 zusätzliche Liter Bier habe er ordern müssen, erzählte er BILD. „Die Mädels können ja ziemlich viel vertragen“, so Carmine, „ich bin überglücklich, dass England noch im Turnier ist. Allein wegen der Frauen würde ich mir wünschen, dass sie ins Finale kommen.“
Das klappte (natürlich) nicht, denn David Beckham und Co. schieden mal wieder im Elfmeterschießen vorzeitig aus. 1:3 im Viertelfinale gegen Portugal. Kleiner Trost: Wenigstens ihre Frauen nahmen einen Titel aus Deutschland mit. Den für die beste Party …


