Mit 31 Jahren hat er es endlich geschafft! Biathlet Philipp Horn erfüllte sich beim Biathlon-Sprint von Hochfilzen mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere einen Traum.
„Das war für mich das perfekte Rennen, einfach genial“, sagte Horn, der sich nach seinem dritten Platz viel Zeit für die Fotowünsche der deutschen Biathlon-Fans nahm. Ein Satz, der nach allem, was er hinter sich hat, fast wie eine Befreiung klang.
Horn ist ein Kämpfer. Doch die vergangenen Jahre waren hart: Rückschläge, verpasste Chancen, Zweifel an der eigenen Leistung. Jetzt zeigt er allen, dass er es doch kann. Mit 31 Jahren räumt er im entscheidenden Moment alle zehn Scheiben ab und beweist: Für ein Podium ist es nie zu spät.
Warum es diesmal klappte? „Ich bin früher immer sehr schnell frustriert gewesen, wenn etwas nicht geklappt hat. Der Schlüssel liegt am Schießstand. Da bin ich etwas ruhiger geworden“, sagt Horn.
Seine starke Leistung ist auch ein Schub für das deutsche Team. Justus Strelow gratuliert: „Ich freue mich sehr für Philipp. Er hat es verdient und es tut der Stimmung richtig gut.“
Schon am Samstag kann Horn nachlegen. In der Verfolgung (12 Uhr) startet er nur sechs Sekunden hinter Sprintsieger Tommaso Giacomel aus Italien und zwei Sekunden hinter Frankreichs Eric Perrot.
Das Podium in Hochfilzen (v.l.): Tommaso Giacomel, Eric Perrot und Philipp Horn
Horn euphorisch: „Ich werde es einfach genießen. Das erste Mal so weit vorn zu starten, ist unfassbar geil.“
Horn galt einst als Hoffnungsträger. 2020 holte er bei der WM Bronze mit der Staffel, wurde im Sprint Achter. Doch danach wurde es stiller um ihn. Keine WM 2021, Platz im Weltcup verloren, auch Olympia 2022 und die Heim-WM in Oberhof fanden ohne ihn statt. Dafür musste er sich im IBU-Cup, quasi der 2. Liga, zurückarbeiten.
„Damals dachte ich, dass es einfach immer so weitergeht. Ich war jung und naiv“, sagt Horn rückblickend.
In der Loipe war er fast immer einer der Schnellsten. Doch am Schießstand fehlte oft die eine Scheibe. Das schnelle Risikoschießen setzte ihm zu. Tipps holte er sich bei Ex-Weltmeister Erik Lesser. Auch die Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen half. „Wir haben neue Ansätze. Die gefallen mir extrem gut“, so Horn.
Debütant überragt: Deutscher Darts-Knaller zum WM-Start!
Neben dem Sport stemmt Horn ein Großprojekt:[–> Gemeinsam mit Ehefrau Antonia kaufte er in Oberhof eine alte Villa und baute sie zu einem Sportler-Hotel um. Der Plan: Eröffnung zum Heim-Weltcup im Januar. Allerdings wurde die Baustelle zur Belastung. „Das war eine riesige Erleichterung, als wir die Eröffnung verschoben haben“, so Horn. „Die Doppelbelastung Training und Baustelle hat dazu geführt, dass ich beim Schießen oft nicht ganz bei der Sache war.“
Mit der Entlastung im Privaten und mehr Ruhe im Training hat Horn endlich wieder den Fokus gefunden, den er so lange gesucht hat. Das Ergebnis sieht man nun auf der Strecke.


