Das 26:32 (10:15) der TSV Hannover-Burgdorf gegen den HC Erlangen ist „Kretzsches“ erster Experten-Arbeitstag in einer Handball-Halle für Streaming-Dienst Dyn nach dem beispiellosen Personalbeben bei den Füchsen Berlin.
Anfang September wurden er und Erfolgs-Trainer Jaron Siewert (31) beim amtierenden Meister Füchse Berlin von Geschäftsführer Bob Hanning (57) freigestellt. Seitdem hatte sich Kretzschmar rar gemacht und eine schöpferische Hallen-Pause eingelegt.
Stefan Kretzschmar wieder in der Handball-Halle
Die Handball-Ikone sieht eine Partie in der Daikin Handball-Bundesliga, die aus Gastgeber-Sicht schon zu Beginn auf Sparflamme köchelt. Die weiterhin von Verletzungssorgen geplagten Erlanger nutzen die Fehler eiskalt, Hannover-Burgdorf liegt 2:4 (8.) hinten.
Nach dem 4:7 (14.) und weiterhin halbgarer Handball-Kost seitens der Gastgeber zieht deren Trainer Christian Prokop seine erste Auszeit, danach übernimmt Simon Gade von Joel Birlehm die Torwart-Position.
Vieles erinnert an das Aufeinandertreffen der beiden Teams in Hannover in der letzten Saison. Da erlaubte sich Hannover-Burgdorf eine fürchterliche erste Hälfte und lag 13:18 hinten. Damals rettete sich Prokops Truppe durch einen 10:0-Lauf nach der Pause und siegte noch 31:25.
Und diesmal? Bis zur Pause (10:15) ändert sich kaum etwas an der offensiven Hilflosigkeit der Heim-Mannschaft, defensiv scheint schläfriger Begleitschutz die Losung des Abends zu sein.
Nach der Pause sorgt Führungsspieler Marian Michalczik für vermisste Emotionen. Er trifft zum 11:15 und trommelt danach erstmal seinen Kollegen auf der Bank auf die Brust. Sind sie jetzt endlich wach, die Gastgeber?
Nein, Michalcziks Wachrüttler bringt auch nichts. Hannover-Burgdorf stümpert weiter eine fürchterliche Vorstellung auf die Platte, lässt sich von Erlangens Zweikampflust den Schneid abkaufen. Quittung ist der 14:20-Rückstand nach 40 Minuten und das völlig verdiente 26:32 am Ende. So darf man sich dem treuen Publikum nicht präsentieren.


