Bei Borussia Dortmund macht in der Geschäftsstelle seit ein paar Wochen ein neues Klub-Motto die Runde: „Es gibt viel zu tun – lassen wir es sein!“ Trainer Nuri Sahin wurde nach dem 1:2 in Bologna entlassen. Das größte Problem ist damit aber nicht gelöst: Dass die aktuelle Bosse-Konstellation keine Zukunft mehr hat, ist auch allen Beteiligten selbst klar. Statt zu handeln, wurden die Probleme bisher aber weitergeschoben. Beispiel: Sebastian Kehl.

Wie wenig Rückhalt der Sportdirektor genießt, sieht man allein daran, dass sich seine Vertragsverlängerung acht Monate lang hingezogen hat. Im April wurde Lars Ricken zum Watzke-Nachfolger als Sport-Boss ernannt und bekam den Job, auf den Kehl jahrelang hingearbeitet hatte – was das gute Recht des Klubs ist. Im Mai wurde als Misstrauensbeweis gegen Kehl Sven Mislintat als Technischer Direktor geholt. Ihr Verhältnis ist heute total kaputt.

Der neue Kehl-Vertrag wurde erst für Sommer, dann Herbst, dann Weihnachten angekündigt. Verlängert hat er am 9. Januar – schwer beschädigt.

An Kehls Stelle hätte ich den BVB verlassen.

Dass er es nicht getan hat, zeigt, wie loyal er dem Verein gegenüber ist. 23 Jahre Dortmund. Kehl lebt und leidet mit dem Klub. Er gibt alles, um die Wende zu schaffen. Nur: Es ändert seine Situation nicht. In einem Umfeld, in dem mehr Misstrauen als Vertrauen herrscht, wirst du am Ende aufgefressen – und genau das ist das Kernproblem beim BVB.

„You’ll never walk alone“ – das hat Borussia Dortmund leider verlernt.

Şahin gefeuert!: Seine letzten Worte als BVB-Trainer

Quelle: BVB-TV

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