Es ist der Stolz der Hansestadt. Bei keiner Stadtführung oder Bootstour in Hamburg darf der Hinweis fehlen: Die Metropole hat mehr Brücken als Venedig! Rund 2500 sind es an Elbe und Alster – dagegen kann die Lagunenstadt nur mit 400 aufwarten.

Im Basketball können die Hamburger Venedig dagegen nicht das Wasser reichen …

Die Veolia Towers verloren im EuroCup auch den zweiten Vergleich gegen den Tabellen-Elften der italienischen Liga Umana Reyer Venedig nach großem Kampf mit 77:90 (36:57).

Vier Spieltage vor Schluss ist nach der elften Pleite im 14. Spiel klar: Ciao! Die Türme werden zum zweiten Mal in Folge die Play-offs im zweithöchsten europäischen Wettbewerb verpassen. Auch wenn sie schon jetzt einen Sieg mehr als in der trostlosen Vorsaison auf dem Konto haben.

Noch niederschmetternder war allerdings die Nachricht, die zuvor verkündet wurde: Kapitän Benedikt Turudic (27/Bandscheibe) und Talent Zsombor Maronka (22/Knöchel) mussten sich einer OP unterziehen und können erst im Saison-Endspurt wieder eingreifen. Wenn überhaupt …

EuroCup: Doppelter Schlag für Hamburg Towers: Erst Kapitäns-Sorgen, dann Play-offs futsch

Extrem bitter vor allem für Turudic (2,07 Meter), der schon vergangene Saison in Bonn nach einem Bandscheiben-Vorfall lange ausfiel. Nach dem Eingriff in Hamburg macht er die Nachsorge in der Hansestadt. Damit seine Karriere weitergehen kann, sind allerdings Geduld und Vorsicht gefragt. „Die Länge des Ausfalls ist derzeit noch nicht absehbar und vom weiteren Verlauf des Heilungsprozesses abhängig“, heißt es in der Vereins-Mitteilung.

Im dritten Spiel in sechs Tagen ging es für die Hamburger darum vor allem um eins: Kraft für das wesentlich wichtigere Spiel in der Easycredit BBL am Freitag gegen die Telekom Baskets Bonn (20 Uhr, Dyn) sparen!

In nur einem Monat!BBL-Superstar bricht 2 Rekorde

Quelle: BILD / Dyn

Trainer Benka Barloschky (37) gab nur 49 Stunden nach dem 83:80 in Bamberg darum verstärkt dem Nachwuchs Einsatzzeit. Neben Jared Grey (19) und Leif Möller (21) spielte auch der nachverpflichtete U23-Weltmeister im 3×3 Fabian Giessmann (19) seine ersten zwölf Towers-Minuten. So wurde es zeitweise ein Duell Jungs gegen Männer.

Barloschky: „Es war auf jeden Fall keine leichte Situation, aber ich empfinde es noch immer als Privileg. Ich sage nicht, wir müssen drei Spiele in einer Woche machen, sondern wir dürfen. Wenn man mit der Einstellung darangeht, dann ist es ein bisschen weniger anstrengend und tut ein bisschen weniger weh. Und ich bin extrem zufrieden, wie die jungen Spieler es heute gemacht haben.“

Vor 1416 Fans waren die Türme zwar körperlich unterlegen. Und spätestens zur Halbzeit (36:57) war der Fisch zwar geputzt. „In den ersten beiden Vierteln war zu viel Frustration in meinem Team“, sagte Barloschky. „Wir haben uns zu sehr mit dem Ergebnis befasst.“

Aber die Hamburger gaben weiter alles, gewannen das dritte Viertel mit 29:19 und kämpften sich mit Stolz und Einsatz sogar noch mal auf 71:80 heran (34.). Beste Werfer waren Brae Ivey (28) und Jordan Barnett (29) mit je 16 Punkten. Ivey: „Die zweite Hälfte zeigt, dass wir als Mannschaft gewachsen sind. Es wäre leicht gewesen, mit 30 oder 40 Punkten zu verlieren. Aber wir haben seit dem Beginn der Saison Schritte gemacht.“

Die verpasste Endrunde trug Barloschky daher mit Fassung: „Wir haben von der ersten Sekunde an gesagt, unsere Hauptaufgabe ist es, in diesem Wettbewerb keine einzige Sekunde zu verschwenden. Jede Sekunde zu lernen, besser zu werden. Aber wir sind jetzt auch nicht völlig außer der Welt frustriert, wenn wir nicht in die Play-Ins kommen. Die letzten vier Spiele sind für uns noch immer etwas Besonderes.“

Bis Freitag geht es nun vor allem um Regeneration. Barloschky: „Wir gucken, was wir umsetzen wollen und welche Details wichtig werden. Aber es wird mehr im Kopf stattfinden als in den Beinen.“

Teaser-Bild

Foto: BILD

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