Spiel fünf, Baby! In einem leidenschaftlichen Fight bezwingt Alba den Titelverteidiger FC Bayern Basketball! Berlin siegt im vierten Finale vor 8900 begeisterten Fans in der kochenden Schmeling-Halle mit 71:61 (42:45). Alba erzwingt damit ein fünftes und ultimatives Spiel. Sonntag (16.30 Uhr/ live auf Dyn) steigt in München der allerletzte Showdown der 60. Saison der Easycredit BBL.
„Wir haben über 40 Minuten alles gegeben, alles reingeworfen“, schnaufte Albas Antreiber Malte Delow im Interview bei Dyn. „Auch wenn es zwischendurch mal schwer aussah und wir mit zehn Punkten hintenlagen. Aber wir haben immer weitergemacht. Und das hat sich ausgezahlt. Die waren müder als wir, glaube ich, und haben in der zweiten Halbzeit keinen Rhythmus mehr gefunden.“
Nur 48 Stunden zuvor hatten die Bayern Spiel drei in der Schmeling-Halle gewonnen, waren mit 2:1 in der Best-of-Five-Serie in Führung gegangen. München konnte, Berlin musste jetzt gewinnen. Die Bedingungen: extrem! „57 Grad in der Schmeling-Halle“, scherzt Dyn-Kommentator Arne Malsch. Der Bau von 1994 ist nicht klimatisiert. Und von Minute zu Minute wird es heißer.
Überraschend bekommt auch Bayerns Xavier Rathan-Mayes wieder Spielzeit. Der Kanadier hatte Spiel zwei und drei zuschauen müssen, obwohl er im Halbfinale gegen Bonn überragend gespielt hatte. Doch im ersten Finalspiel hatte er sich einen öffentlichen Streit mit Trainer-Legende Sveti Pesic (76) geliefert. „Jetzt im Moment brauchen wir ihn nicht“, sagte Pesic noch am Mittwoch auf Nachfrage. Am Freitag brauchte er ihn dann doch wieder … Am Ende lieferte der kalte XRM in knapp zehn Minuten nur drei Pünktchen ab.
Alba startet vor den Augen von Edel-Fan Franz Wagner (24/Orlando Magic) furios, kann aber nicht davonziehen. Coach Pedro Calles geht schon früh ins Risiko, nimmt in der 10. Minute seine Coaching-Challenge. Er will ein Offensiv-Foul seines Centers Norris Agbakoko nicht akzeptieren. Würde der Korb des Berliners zählen, wäre es erstmals eine Fünf-Punkte-Führung. Doch das Schiri-Team um Anne Panther revidiert die Entscheidung nicht. Und so geht Alba „nur“ mit 26:23 ins zweite Viertel.
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Da kann Alba kurzzeitig (35:31) auf vier Punkte erhöhen (Roberts/ 15.). Doch dann kommen die Bayern. 11:0-Run mit drei Dreiern: 45:38 für die Münchner – das Spiel droht zu kippen. Doch Bean, Wood und Delow per Tip-In mit dem Buzzer bringen Alba zur Pause auf 42:45 zurück.
Zahlen? Alba mit 38 Prozent Dreierquote (6/16), 100 Prozent der Freiwürfe (4/4) drin. Das waren die Schwachpunkte bei der Niederlage in Spiel drei. Doch wer hat jetzt nach einer langen, zehrenden Saison jetzt noch mehr Körner? Die 8900 begeisterten Fans in der Schmeling-Halle holen alles aus den Spielern raus. Die Spieler bekommen in den Pausen Eisbeutel in den Nacken.
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Alba sehr fahrig zu Beginn des dritten Viertels. Ballverluste, schlechte Pässe. Macht vier Minuten nicht einen Punkt. Bayern zieht mit einem 10 Punkte-Lauf nach einem Isiaha auf 52:42 davon. Auszeit Calles! Berlin kämpft, Bayern wackelt. 49:52 (28.). Und Kayil verkürzt mit einem wahnsinnigen Drei-Punkte-Spiel nochmal auf 52:54 (39.). Kayil geht raus, Hermannsson rein. Es folgen irre 25 Sekunden: Der Isländer findet Bean, Dreier zur 55:54-Führung. Auf der anderen Seite wird Hollatz von Bean geblockt, Konter über Delow und Wood – der nagelt den Dreier zur 58:54-Führung (30.) in den Korb – die Schmeling-Halle kocht über!
Die letzten zehn Minuten. Bayern trifft fünf (!) Minuten gar nichts. „Ich weiß nicht, was passiert ist“, haderte Weltmeister Justus Hollatz. „Wir haben komplett den Faden verloren.“ Alba kriecht langsam davon, Wood erhöht mit zwei Freiwürfen zur höchsten Berliner Führung (60:54/32.), Wood per Korbleger sogar auf 62:54 (34.). Bayern verliert die Übersicht. Und den Ball. Bean per Dreier auf 65:54 (34.). Und wenige Sekunden später zum 68:54 (35.). 14 Punkte Vorsprung – aber noch fünf laaaange Minuten auf der Uhr …
Und die Bayern? Da kommt nicht mehr viel. Gabriel foult sich nach 36 Minuten ganz raus. Und vorn gelingt nichts mehr. In der gesamten zweiten Hälfte gelingen den Bayern nur 16 Punkte. Alba legt einen 26:2-Lauf hin. Der Hammer! Um 22.27 Uhr ist der Sieg perfekt. Delow: „Ein Spiel fünf kann extrem Spaß machen. Wenn man zusammen kämpft und dann die Früchte seiner Arbeit erntet. Es wird das letzte Spiel zusammen. Das müssen wir genießen.“
Beste Spieler: Justin Bean (17 Punkte/Alba), Neno Dimitrijevic (14 Punkte/Bayern), Andreas Obst (9 Punkte/Bayern).


