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Der TBV Lemgo Lippe kann doch noch gewinnen – und der ThSV Eisenach darf trotz der Niederlage fast sicher für eine weitere Saison in der Daikin Handball-Bundesliga planen. Nach zuletzt monatelanger Sieglosserie feierte der Tabellen­siebte aus Nordrhein-Westfalen am Freitagabend in der Werner-Aßmann-Halle wieder einen Erfolg und setzte sich mit 38:34 (15:14) gegen die Wartburgstädter durch.

Lemgo ist als Sechster nun wieder auf zwei Punkte am Fünften Kiel dran – und am letzten Spieltag kommt es noch zum direkten Duell mit dem THW. Platz fünf ist nach jetzigem Stand die Eintrittskarte zur European League.

Lemgo siegt! Aber auch Eisenach muss nicht komplett unzufrieden aus dem Spiel gehen. Denn obwohl der Klassenerhalt rechnerisch noch nicht endgültig fix ist, spricht bei sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge und nur noch drei ausstehenden Spielen praktisch alles für ein weiteres Bundesliga-Jahr des Teams von Trainer Sebastian Hinze. Entsprechend ging Eisenach auch gegen Lemgo engagiert zur Sache – von „Austrudeln“ war nichts zu sehen.

Foto: Dyn

Nach 2:38 Minuten erzielte Felix Aellen per Siebenmeter den ersten Treffer nach der Länderspielpause zum 1:0. In der Anfangsphase hielten die Gastgeber die Partie offen. Besonders emotional wurde es in der neunten Minute: Vincent Büchner traf zum 5:4 und erzielte damit sein erstes Bundesliga-Tor seit seinem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Auch die personellen Sorgen steckte Eisenach zunächst ordentlich weg. Abwehrchef Philipp Meyer und Ersatztorwart Silvio Heinevetter saßen nur als Zuschauer auf der Bank, dennoch blieb der ThSV lange konkurrenzfähig. Großen Anteil daran hatte allerdings auch Lemgos Schlussmann Urh Kastelic – im ersten Durchgang sammelte der Keeper bereits sieben Paraden und wurde zunehmend zum Faktor.

Torwarttrainer zwischen den Pfosten

Für den lautesten Applaus des Abends sorgte jedoch Aleksandar Capric. Nach zehn Monaten Pause wegen eines Kreuzbandrisses feierte der Rückraumspieler sein Comeback im blauen Trikot. Beim 15:14 für Lemgo ging es in die Kabinen – und nach dem Seitenwechsel drehten die Gäste auf. Innerhalb weniger Minuten zog der TBV auf 20:15 davon (36.) und legte damit den Grundstein für das Ende seiner langen Durststrecke. Eisenach drohte zwar kurzzeitig auseinanderzufallen, kämpfte sich aber immer wieder hinein. Selbst Spieler aus der zweiten Reihe bekamen Einsatzzeit, sogar Torwarttrainer Stanislaw Gorobtschuk half zwischen den Pfosten aus. Über 23:29 (49.) und 28:33 (54.) steuerte die Partie schließlich auf die Entscheidung zu. Während Lemgo nach langer Zeit wieder ein Erfolgserlebnis feiern durfte, blieb beim ThSV vor allem die Erkenntnis: Der Klassenerhalt ist zum Greifen nah.

Den Lacher des Abends hatte übrigens der Hallensprecher auf seiner Seite. Nach dem Ende der Partie kam es zu einer skurrilen Durchsage: „Er wird es nicht hören, aber wir haben ein Hörgerät gefunden. Wer eines vermisst, soll sich melden …“

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