Das Pensum ist mörderisch. Im Schnitt alle 4,3 Tage mussten die Basketballer vom FC Bayern im Jahr 2025 antreten. Doch auch im 83. Pflichtspiel der Saison traten sie aufs Gas.

Der Deutsche Meister schlug Überraschungs-Aufsteiger Vet-Concept Gladiators Trier mit 94:83 (56:42) und bleibt souveräner Spitzenreiter der Easycredit BBL.

Für die reaktivierte Trainer-Legende Svetislav Pesic (76) war es der zweite Erfolg im dritten Spiel. Deutlich sichtbar: Dabei hat der Altmeister den Münchnern in nur einer Woche eine neue Identität verpasst. Unter Vorgänger Gordon Herbert (66) spielten die Bayern diese Saison das langsamste Tempo der ganzen Liga – Pesic macht den Bayern Beine!

Gegen die Trierer drückte der einzige deutsche Euroleague-Vertreter mächtig aufs Tempo, brachte den Ball sofort nach vorne und suchte superschnell nach Abschlüssen.

„Wir haben nach ein paar neuen und zusätzlichen Impulsen gesucht“, begründete Sportdirektor Dragan Tarlac (52) auf Dyn erneut die Entlassung von Weltmeister-Coach Herbert. „Und ich denke, dass es vom ersten Tag an offensichtlich ist. Seit dem Spiel in Frankfurt und speziell heute kann man diesen Unterschied sehen.“

BBL: 94:83 gegen Trier! Svetislav Pesic macht dem FC Bayern Beine

Vor allem die Zusatzportion Speed! Tarlac: „Das Tempo ist etwas, das der Coach als seine Eigenart mitbringt. Und das Team folgt ihm. Wir sehen jetzt die Ergebnisse. Wenn wir das auf das Euroleague-Level übertragen können, wird es uns sehr helfen.“ Denn in der Königsklasse sind die Bayern Vorletzter …

In der BBL steht die 18-Mio.-Euro-Truppe dagegen eine Etage über allen anderen.

Foto: BILD

Zwischen den Jahren waren die Münchner zum ersten Mal in der Saison für ein BBL-Spiel in ihren Festsaal, den ausverkauften SAP Garden (11.500 Fans), gezogen. Doch die Trierer zeigten sich von der Euroleague-Kulisse unbeeindruckt.

Die 700 mitgereisten Fans übernahmen sofort die Stimmhoheit. Und unten auf dem Parkett rannte und warf (mit guten Quoten von draußen) das schnellste Team der Liga furchtlos auf den Korb. Erst spät im zweiten Viertel zogen die Münchner erstmals deutlicher auf 14 Punkte davon.

Aber die Gladiatoren gaben nicht auf. Und stürmten nach der Pause vor den Augen von Bayern-Präsident Herbert Hainer (71) und Stammgast Matthias Sammer (58) wieder auf 66:60 ran. Im Schlussviertel mussten sie dann aber im wilden Dreier-Gewitter doch abreißen lassen. Zusammen warfen beide Teams 64 Mal (!) von jenseits der 6,75-Meter-Linie auf den Korb.

Bayerns Weltmeister Johannes Voigtmann (33): „Wir hatten uns vorgenommen, ein bisschen schneller zu spielen. Trier spielt eine unglaublich hohe Pace – und da haben wir gesagt: Gehen wir einfach ein bisschen mit. Wir haben offensiv sehr solide gespielt. Deshalb war das ein ziemlich runder Auftritt heute.“

Topscorer des Abends war Triers Jordan Roland (28) mit 24 Punkten. Für die Bayern traf mal wieder Scharfschütze Andreas Obst (29/15 Punkte) am besten.

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Quelle: Dyn

Bei den Bayern fehlte erneut NBA-Star Spencer Dinwiddie (32), der wegen eines Krankheitsfalles in der Familie in die USA gereist ist. Wann er zurückkehrt, ist offen.

Die Heidelberger mussten auf ihr verletztes Arbeitstier Behnam Yakhchali (30) verzichten. Zudem haben die Gladiatoren noch immer keinen Ersatz für Aufbauspieler Eli Brooks (27/zu Baxi Manresa) gefunden. Doch inzwischen hat sich offenbar ein Kandidat herauskristallisiert. Dyn-Kommentator Michael Körner konnte immerhin vermelden, dass der Wunschkandidat aus der G-League oder Europa kommt und 1,86 Meter groß ist …

Für die Bayern ist das Basketball noch immer nicht vorbei. Im 84. Pflichtspiel müssen sie Silvester noch bei den Rostock Seawolves ran (14 Uhr, Dyn).

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