Was im Sommer als bunte Idee begann, ist jetzt mindestens ein silberner Triumph! Und könnte von den deutschen Handball-Frauen heute (17.30 Uhr ARD) im WM-Finale gegen Top-Favorit Norwegen noch vergoldet werden!

Das deutsche Handball-Weihnachtsmärchen begann bereits im Juli, im Trainingslager in Rotterdam. In derselben Stadt und im selben Hotel (Van der Valk Schiedam), wo die Mannschaft auch zum Finale wohnt.

Damals, vor gut viereinhalb Monaten, griff die Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch (51) nicht nur zu Ball und Hantel, sondern auch zur Sprühdose. Gemeinsam mit einem holländischen Graffiti-Künstler verwandelten sie weiße Leinwände in farbenfrohe Glücksbringer – jedes Bild ein Versprechen, jedes Motiv ein Stück Motivation.

Ungewöhnliche Einheit: WM-Frauen machen sich mit Kult-Spielzeug warm

Quelle: BILD

Heute stehen sie im WM-Finale genau an dem Ort, wo der Traum begann.

Spielmacherin Alina Grijseels (29): „Wir hatten viel Spaß beim Sprayen, und es war auch eine Herausforderung, mit einer Sprühdose etwas auf die Leinwand zu bringen. Aber das hat uns als Team auch wieder ein Stück zusammengeschweißt, denn die Bilder sind von Dortmund über Stuttgart bis hier nach Rotterdam mitgereist. Als Glücksbringer und Motivation. Wahnsinn, und jetzt stehen wir im Finale!“

Die Glücksbilder der DHB-Frauen: Mit Power-Farben zu WM-Gold

Torhüterin Sarah Wachter (25): „Die Bilder sind überall verteilt in der Halle, in der Kabine, im Meetingraum oder in den Hotelzimmern. Damit wir sie immer vor Augen haben. Ich habe Puzzleteile und ein Smiley gesprüht. Cool, wie jetzt alles aufgeht: Die Puzzleteile haben sich zu einem irren Team verbunden. Jetzt wollen wir auch Gold!“

Die BuAlexia Hauf, Markus Gaugisch, Nina Engel, Antje Döll (h.v.l.), Aimee von Pereira, Nieke Kühne, Co-Trainer Frederick Griesbach, Alina Grijseels (v.v.l.)

Die Bilder von: Alexia Hauf, Markus Gaugisch, Nina Engel, Antje Döll (h.v.l.), Aimee von Pereira, Nieke Kühne, Co-Trainer Frederick Griesbach, Alina Grijseels (v.v.l.)

Foto: Marco Wolf

Rechtsaußen Jenny Behrend (29): „Ich habe ein Herz gesprüht, für die Liebe zum Handball und zur Mannschaft. Bei mir steht es im Zimmer und hat uns echt Glück gebracht.“ Viola Leuchter (21): „Ich habe das Wort ,Future‘ (engl.: Zukunft; d.Red.) auf meinem Bild. Dass sich unsere Träume und Wünsche jetzt wirklich erfüllt haben, ist einfach nur krass.“

Die Idee zum kunterbunten Motivations-Workshop kam vom Trainerteam.

Foto: BILD

Auch Markus Gaugisch griff zur Sprühdose: „Auf meinem Bild ist eine Straße zu sehen. Es ist der Weg, die Route, die uns hierhergeführt hat und noch weitergeht. Es ist toll zu sehen, dass das so aufgeht, was wir im Sommer angefangen haben. Wir hatten hier eine super Zeit bei der WM-Vorbereitung und haben dieses Feeling jetzt wieder. Es ist fast wie nach Hause kommen. Für uns geht die Heim-WM quasi auch in Rotterdam weiter.“+

Emily Vogel (27/l.) und Alina Grijseels (29) jubeln nach dem Halbfinale

Emily Vogel (27/l.) und Alina Grijseels (29) jubeln nach dem Halbfinale

Foto: picture alliance/dpa

Und der Trainer verrät: „Klar, sind wir happy mit der Medaille, aber da leuchtet auch ein goldener Traum in den Augen der Mädels. Es ist unser Ziel, auch dieses Spiel gegen Norwegen zu gewinnen. Die Gier ist noch da.“

Und auch nach der WM soll der kleine Handball-Hype, den seine Mannschaft ausgelöst hat weitergehen: „Es ist toll zu sehen, wie viele jetzt am TV zugesehen haben, das haben sich die Mädels verdient. Wir wollen sichtbar bleiben, bessere Strukturen im Jugendbereich für Mädchen schaffen, noch mehr Aufmerksamkeit generieren. Ich hoffe, dieses Turnier hat dazu beigetragen.“

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