Ein Jahr später herrscht am Neckar Katerstimmung: drei Spiele – drei Niederlagen! Und die Erkenntnis, dass Erfolg nie selbstverständlich ist.
„Gewinnen ist eine Gewohnheit, und Verlieren ist auch eine Gewohnheit“, sagte Jannson nach der Heimniederlage gegen die Niners Chemnitz (83:90) am Sonntag. „Und im Moment haben wir diese Verlier-Gewohnheiten, die müssen wir ändern.“
Sinnbildlich für die Situation ist dabei ein Blick auf die Rückennummern der Heidelberger.
Ironie des Schicksals: Bei keinem anderen BBL-Team gibt es derart viele Nullen!
Fan-Liebling Michael Weathers (28) hat eine in seiner „20“, Sommer-Zugang Samuell Williamson (25) in der Nummer „10“. Doch vollkommen verrückt wird es durch DJ Horne (24) und Weathers-Zwilling Marcus.
BBL: Kuriose Rückennummern bei den MLP Academics Heidelberg: Die Nuller vom Neckar
Das gab’s noch nie in einem Team: Aufbauspieler Horne läuft mit der „0“ auf – Weathers mit der Doppelnull („00“)!
Eine einfache Null auf dem Trikot ist im Basketball nichts Ungewöhnliches. Horne trägt sie beispielsweise schon seit Beginn seiner Karriere. Der Grund: „Als ich angefangen habe, war ich nicht gut und musste mich buchstäblich vom letzten Mann auf der Bank hocharbeiten bis zu dem Spieler, der ich jetzt bin. Ich habe also bei null angefangen.“
Marcus Weathers hatte in seiner Karriere dagegen bisher entweder die „5“ oder die „50“. Doch als er im Sommer aus Polen zu seinem Bruder nach Heidelberg wechselte, versuchte er etwas Neues: „Ich habe die 00 gewählt, weil es ein frischer Start für mich ist. Null Zweifel, null Ausreden diese Saison.“
Zwei „Nullen“ in einem Team sind laut den Bestimmungen der BBL tatsächlich möglich. In den Standards heißt es dazu unter Punkt 6.2 lediglich: „Für BBL-Spiele sind die Nummern 0 und 00 sowie von 1 bis 99 zulässig. Innerhalb einer Mannschaft darf jede Nummer nur einmal vorkommen.“
Auch die Basketball-Champions-League winkte die ungewöhnliche Kombination durch.
„Ist schlechter geworden“: Basketball-Manager rechnet mit der BBL ab!
Dort tragen Horne und Weathers sie am Dienstag zur Schau. In der ersten internationalen Partie ihrer Vereinsgeschichte treten die Academics vier Jahre nach dem Erstliga-Aufstieg bei Promitheas Patras in Griechenland an (18 Uhr, live bei Dyn/Anzeige).
Angesichts der bisherigen Nullnummern gibt der Sportliche Leiter Alex Vogel das Ziel auf: „Es geht aktuell vor allem um uns und unsere Entwicklung. Wir müssen uns in allen Bereichen des Spiels verbessern. Natürlich wollen wir in diesem Wettbewerb das Maximum rausholen. Trotzdem müssen wir diese Spiele in unserer derzeitigen Verfassung auch nutzen, um als Team Rhythmus zu bekommen und zu einer Einheit zu werden. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass diese Teilnahme der verdiente Lohn für eine fantastische vergangene Saison ist.“
Als alles so leicht erschien …


