Kati Wilhelm (49) steht wie kaum eine andere für den deutschen Biathlon. In den 2000er-Jahren holte sie gleich dreimal Olympia-Gold, fünf WM-Siege und gewann den Gesamtweltcup, bevor sie 2010 ihre Skier an den Nagel hängte. Doch was macht die einstige Schneekönigin jetzt? Die WELT hat nachgefragt.
Auch über das Ende ihrer aktiven Karriere hinaus ist Wilhelm dem Skisport erhalten geblieben, fungiert seit vergangenem Jahr als Präsidentin des Thüringischen Skiverbandes, in dem auch ihre Geburtsstadt Schmalkalden liegt. Geplant war dieser Schritt eigentlich nicht. Wilhelm: „Ich war vorher Vize-Präsidentin – in die Position war ich tatsächlich eher hineingerutscht. Ich habe dann gemerkt, dass man vielleicht etwas verändern kann und als ehemaliger Sportler viel mitbringt.“ Außerdem trainiert die zweifache Mutter noch immer Langlauf in ihrem Heimatverein in Steinbach-Hallenberg – unter anderem Sohn Jacob (11) wird von ihr angeleitet.
Kati Wilhelm (hier 33) holte bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver Bronze mit der Staffel
Auch Tochter Lotta (14) hat das Aktiv-Gen der Familie geerbt, besucht ein Sportgymnasium. Wilhelm: „Ich habe immer versucht, dass ich als Mutter keinen Leistungsdruck aufbaue. Der kommt nur von außen, wenn gefragt wird, ob sie in die Fußstapfen der Mama treten wollen. Das finde ich schwierig. (…) Zugegeben, wenn ich mal dabei bin, will ich sie natürlich auch verbessern.“
Ski-Legende Kati Wilhem: Das ist ihre überraschende Nebentätigkeit
Doch auch außerhalb der Skiwelt ist Kati Wilhelm unterwegs – und das auf ungeahnten Wegen: Sie ist Bewegungscoach in Kindergärten. Sogar zu ihrer eigenen Überraschung: „Dass es so kommt, habe ich definitiv nicht erwartet. Als Bewegungscoach in Kindergärten zu arbeiten, hat sich zum Beispiel nach der Pandemie einfach entwickelt und sollte eigentlich nur für einen kurzen Zeitraum sein. Jetzt sind es schon mehr als zwei Jahre.“
Wilhelm, die jetzt also als Präsidentin des Thüringischen Skiverbandes, Skilehrerin und Bewegungscoach genug zu tun haben dürfte, hatte sich nach ihrem Karriereende auch schon in anderen Bereichen ausprobiert. So war sie fast zwölf Jahre lang as TV-Expertin in der ARD zu sehen und eröffnete sogar ihr eigenes Restaurant. Das „Heimatlon“ ist seit 2023 allerdings wieder geschlossen.

