Barça-Trainer Hansi Flick hatte der spanischen Auswahl im September vorgeworfen, Yamal mit Schmerzmitteln spielen zu lassen, obwohl der Teenager verletzt war. Die Folge: eine Leistenblessur, die ihn vier Spiele für Barcelona kostete.
Luis de la Fuente (64), Nationaltrainer Spaniens, drückt Lamine Yamal (18) beim WM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei
Flick tobte: „Er ging mit Schmerzen zur Nationalmannschaft und trainierte nicht. Sie gaben ihm Schmerzmittel, damit er spielen konnte. (…) Das ist keine Fürsorge für den Spieler. Das macht mich sehr traurig.“
Nun hat De la Fuente reagiert – und zeigte sich, ob gespielt oder nicht, überrascht: „Ich war einfach erstaunt über diese Aussagen, weil er ein Nationaltrainer war, und ich dachte, er hätte dieses Einfühlungsvermögen.“ Und weiter: „Gerade weil er Trainer war und weiß, wie Spieler sich verhalten, überrascht mich diese Meinung.“
Streit um Yamal spitzt sich zu
Trotz der hitzigen Diskussionen nominierte De la Fuente den Offensivspieler für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Georgien und Bulgarien. Von einem Klub-Boykott wollte er nichts wissen: „Wir sprechen mit allen Spielern, wir wissen aus erster Hand, wie es ihnen geht. Wir werden sehen, wie Lamine sich am Wochenende entwickelt und wie viel Einsatzzeit er bekommt.“
Die Diskussion um Yamal geht weit über den aktuellen Streit hinaus. Ein aktueller Bericht der Spielergewerkschaft FIFPRO spricht von „alarmierenden“ Einsatzzeiten für viele Spieler, auch Yamal.
Für De la Fuente zählt dennoch die WM-Qualifikation: „Wir spielen um die Weltmeisterschaft, das ist das wirklich Wichtige. Der Rest ist nicht wichtig.“

