Mit 90:89 (37:52) siegen die FC Bayern Basketballer in der Easycredit BBL gegen den Syntainics MBC. In letzter Sekunde und mit einem umstrittenen Dreier!
Die Münchner haben gegen den MBC eine Rechnung offen: Im Februar gab es die Peinlich-Pleite im Pokal-Halbfinale gegen den späteren Sieger.
BILD-Sportchef über Kane: „TROTTELIGKEIT!“
Der Start im mit 6500 Zuschauern ausverkauften BMW-Park: durchwachsen. Die Bayern schnell neun hinten, der Pokalsieger findet immer wieder die Schwächen in der Bayern-Defensive.
Nach dem bitteren Verpassen der Endrunde in der Euroleague folgte die Niederlage gegen die Hamburg Towers.
Kriegen die Bayern jetzt die Meister-Flatter?
Weltmeister-Coach Gordon Herbert (66) schüttelt immer wieder den Kopf. Die Bayern völlig von der Rolle, immer wieder Ballverluste und in den ersten 13 Minuten fällt nur ein Dreier!
Und der MBC spielt sich heiß, zieht zwischenzeitlich auf 19 Punkte davon.
FC Bayern Basketball mit Krimi-Sieg gegen Syntainics MBC
Auch den rund 250 Ultras auf den Stehplätzen reicht es: „Wir wollen Euch kämpfen sehen!“, skandieren sie.
Bis auf den Langzeitverletzten Oscar da Silva (Knie-OP) und Super-Star Carsen Edwards (Rücken) sind die Bayern vollzählig. 52 Punkte macht der MBC in der ersten Halbzeit, das gab es im BMW-Park schon seit Jahren nicht mehr!
Der Pokalsieger mit Ruhe, Überblick und Freude, die Bayern unkonzentriert und lethargisch.
Bayern-Star Oscar da Silva in der Halbzeit bei Dyn: „Wir machen es denen viel zu einfach. Das müssen wir abstellen. Wir müssen jetzt den letzten Titel angreifen, der uns noch bleibt.“
Im dritten Viertel ist es Kapitän Vladimir Lucic (35), der immer wieder das Team aufrüttelt, am Ende kommt er auf 20 Punkte.
Die Aufholjagd wird immer wilder. Nach einem 19:0-Lauf sind die Bayern auf fünf Punkte dran und der BMW-Park bebt, als Shabazz Napier mit dem Dreier die Bayern zur 74:73-Führung wirft.
Kurios: Weltmeister Jo Voigtmann (32) hat sogar Zeit, während eines Napier-Freiwurfs seiner Familie auf den Rängen zu winken.
Doch der Pokalsieger gibt nicht auf. 87:86 führen die Bayern, zwölf Sekunden vor Schluss. Dann foult Hollatz, der MBC bekommt Freiwürfe, trifft beide. 87:88, noch 1,7 Sekunden.
Auszeit Bayern!
Danach der Wahnsinn: Weiler-Babb wirft für Bayern ein, sucht Obst, doch der Ball wird geblockt! Vorbei? Nein, Booker fällt der Ball in die Hände. Er passt zu Napier – und der macht den Dreier mit dem Schluss-Buzzer!
NBA-Veteran Napier bei Dyn: „Der Plan war, dass Devin (Booker, d. Red.) den Ball bekommt. Als er ihn bekommt, mache ich mich frei, er schafft es, mir den Ball zuzupassen, so konnte ich den Wurf loswerden.“

Die Uhr ist abgelaufen, der Dreier von Shabazz Napier (Nr. 8) fällt durch den Ring
Doch die Frage ist: Ist er den Wurf noch vor Ablauf der Uhr losgeworden? Die Entscheidung auf dem Feld: ja.
Aber die Schiedsrichter gehen an den Monitor. Dyn-Kommentator Michael Körner sieht in der Wiederholung der Szene, dass MBC-Profi Tkachenko den Ball kurz nach dem Einwurf berührt hat. Ab da hätte die Uhr runterzählen müssen. In dem Fall wäre der Dreier von Napier nicht mehr in der Zeit gewesen.
Aber Schiedsrichterin Anne Panther reicht die Berührung nicht. Sie sagt, als sie die Szene anguckt: „Das kann ich nicht sehen. Der Ball ändert seinen Drall nicht.“
Dann wird es komplett verrückt: Panther will den Korb trotzdem erstmal nicht zählen lassen. Ändert aber wenig später ihre Meinung.
Körner völlig verwirrt: „Was ist denn jetzt da? Jetzt zählt er doch? Wow! Das kann doch jetzt … okay … Das ist, glaube ich, ein Fehler. Mein erster Gedanke ist: Das ist ein Fehler. Mal im Ernst: Warum zählt denn die Tkachenko-Berührung nicht?“
Napier ist sich sicher: „Ich weiß nicht, was die Schiedsrichter gesehen haben. Aber ich habe den Ball geworfen, bevor die Uhr abgelaufen ist. Ich war zu sehr im Tunnel, um an irgendwas anderes zu denken. Sie haben sich viel Zeit gelassen für die Entscheidung, also denke ich, dass sie richtig ist.“
Am Ende steht der megaknappe Bayern-Sieg.


