Diese eine Kleinigkeit sagt viel aus über Lukas Kwasniok (44). Als eine seiner ersten Maßnahmen in Köln hat er im Trainer-Büro im Geißbockheim seinen großen, gewölbten Bildschirm auf dem Schreibtisch beiseite geräumt. Der neue FC-Trainer will nicht ständig das Flackern der Daten sehen. Er benötigt freie Sicht auf seine Kollegen. Er will mit seinem Stab kommunizieren, seinen Assistenten in die Augen schauen.

Für Kwasniok, der zuvor vier Jahre den SC Paderborn in der zweiten Liga trainiert hat, sind nicht die taktischen Details entscheidend, sondern Kommunikation und Identifikation. Seine eigene Leistung misst er daran, ob er es schafft, dass alle Spieler im Kader an ihre Grenze gehen.

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Quelle: BILD

Kwasniok redet Köln heiß

Kwasniok ist ein Mensch, der begeistern kann. Eine Mannschaft genauso wie einzelne Spieler. Gemeinsam mit Sportchef Thomas Kessler (39) hat er gerade die Top-Zugänge Nummer drei und vier für die Bundesliga-Mannschaft gewonnen. Nach Torjäger Ragnar Ache (26) und Mittelfeldspieler Isak Johannesson (22) wurden am Wochenende Linksaußen

Jakub Kaminski (23) vom VfL Wolfsburg und Antreiber Tom Krauß (24) von Mainz 05 vorerst auf Leihbasis verpflichtet.

„Ich hatte noch nie so ein langes Gespräch mit dem Trainer, das sich dann aber sehr kurz angefühlt hat“, beschreibt Krauß das erste Treffen mit Kwasniok. „Wir haben auf Augenhöhe gesprochen. Er hat gesagt, was er von mir erwartet.“ Krauß soll die Mannschaft mitreißen, Bälle erobern, Angriffe einleiten.

Das sagt Kwasniok, ähnlich wie Vor-Vor-Vorgänger Steffen Baumgart (53), jedem seiner Spieler. Wie bei Baumgart ist es keine Phrase, sondern die Basis für die Zusammenarbeit. Kölns neuer Trainer hat ein gutes Gespür dafür. Er wuchs nicht durch besonderes Talent ins Millionen-Geschäft Profi-Fußball hinein, sondern scheiterte als Nachwuchsspieler in Bielefeld. Vor einigen Jahren hat er noch auf dem Bau geschuftet und auf Gerüsten gestanden, um die Familie zu versorgen. Als Trainer hat er ganz unten angefangen und sich nach oben durchgeboxt.

Persönliche Zielvorgabe: 1,5 Punkte pro Spiel

Diese Mentalität erwartet er von seiner Mannschaft auf dem Platz. Deshalb ist der Klassenerhalt für ihn nicht das Ziel, das er öffentlich vorgibt. Das strahlt für ihn nichts aus. Also spricht er davon, am Ende vor Gladbach stehen zu wollen. Daran kann man scheitern, aber es kommt an und zeigt seine Kraft.

Kwasniok will angreifen. 1,5 Punkte pro Spiel ist die Marke, die er sich ausmalt. Nicht für das erste Jahr, sondern für seine Amtszeit. Die hat er bis auf eine Ausnahme (Jena) immer erreicht. In der Bundesliga bedeuten 1,5 Punkte pro Spiel in einer Saison 51 Zähler am Ende. Damit spielt man um die internationalen Plätze mit, erreicht häufig die Europa League.

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