In der Mannschaft sind die Leistungen des Stürmers längst Thema. Es ist eine Mischung aus Verwunderung und Mitleid, die hinter vorgehaltener Hand geäußert werden. Nachdem sein Wechsel in der jüngsten Transfer-Periode geplatzt war, ist Sylla kaum wiederzuerkennen. Sowohl in den Liga-Spielen als auch im Training. Mitspieler berichten davon, dass er auch unter der Woche in den Einheiten einfachste Chancen liegenlässt. Völlig ungewöhnlich für den besten Schalker Torschützen der vergangenen Saison (16 Treffer).
Warum diese Blockade? Als Sylla vor etwas mehr als einem Jahr aus der zweiten französischen Liga vom Pau FC nach Gelsenkirchen kam, gab es folgende Absprache zwischen dem Spieler und den Bossen: Flattert in einem Jahr ein akzeptables Angebot herein, darf der Stürmer weiterziehen. Doch genau daran scheiterte es. Insgesamt drei konkrete Angebote gab es für den Nationalspieler aus Mali. Der US-amerikanische Klub D.C. United (Washington) zum Beispiel bot rund 5,2 Millionen Euro Ablöse – zu wenig für die Schalker Verantwortlichen, die sechs Mio. Euro plus Boni forderten und weiterhin fordern.
Der FC Valencia, Syllas Wunschziel, bot eine einjährige Leihe mit anschließender Kaufoption an, die sich preislich in einem ähnlichen Bereich wie das Angebot aus den USA bewegte. Schalke lehnte ab, schlug aber eine Leihe mit einer Kaufpflicht in Höhe von sechs Millionen Euro vor. Die Spanier lehnten wiederum ab. Der Deal scheiterte.
Dass der Zweitligist so sehr auf die geforderte Ablöse pocht, hat nach SPORT BILD-Informationen vor allem den Grund, dass der Revier-Klub ein ordentliches Häppchen der Ablöse abgeben muss.
► Syllas Ex-Klub erhält 15 Prozent des Transfer-Überschusses. Schalke bezahlte im Sommer 2024 rund 2,5 Millionen Euro für Sylla. Wechselt er nun für sechs Millionen, erhält der Pau FC also 15 Prozent von 3,5 Millionen: 525 000 Euro!
► Auch Syllas ehemalige Berater, die den Schalke-Deal aushandelten – mittlerweile hat Sylla die Agentur gewechselt –, partizipieren an einem Wechsel. Der Abschlag richtet sich nach der Höhe der Ablöse. Im Falle der gewünschten sechs Millionen Euro bekäme die Agentur rund 250 000.
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Schalke muss bei einem Verkauf also fast 800 000 Euro weitergeben. Verrechnet man die damalige Ablöse an Pau, blieben lediglich 2,7 Mio. Euro übrig. Einleuchtend, dass die Bosse wenig verhandlungsbereit und bei den Forderungen unnachgiebig sind.
Die Absprache, dass Sylla bei einem entsprechenden Angebot gehen darf, gilt auch für den Winter. Eine Chance für Schalke: Der Afrika-Cup, an dem Sylla mit Mali teilnimmt, beginnt in diesem Jahr bereits Mitte Dezember – und nicht wie ein Jahr zuvor erst Mitte Januar. Das prestigeträchtige Turnier könnte also zum Schaufenster werden. Für Sylla und Schalke.

