Mit Dennis Schröder (32), der im Halbfinale scheiterte, ist der größte deutsche NBA-Spieler zwar nicht bei den Finals mit dabei. Doch dann stand in Spiel 4 am frühen Donnerstagmorgen doch noch ein Deutscher auf dem Parkett: Center Ariel Hukporti (24) spielte mehrere Minuten für die New York Knicks gegen die San Antonio Spurs – und musste dabei auch noch gegen „Alien“ Victor Wembanyama (22) ran.
Der Grund für den unerwarteten Auftritt des gebürtigen Stralsunders waren zwei frühe Fouls, die sich sein Kollege Karl-Anthony Towns (30) leistete. Um nicht Gefahr zu laufen, mit sechs persönlichen Fouls aus dem Spiel zu fliegen, musste Towns über längere Strecken der ersten Hälfte auf der Bank Platz nehmen. Für ihn übernahm zunächst Mitchell Robinson (28), der jedoch nicht so viel Spielzeit gewohnt ist und bald ermüdet wirkte. So war Hukportis Moment gekommen und der Center Nummer drei kam ins Spiel.
Trotz der schwierigen Aufgabe, auf der Riesen-Bühne der Finals ausgerechnet gegen „Wemby“ zu verteidigen, wusste der ehemalige Jugendnationalspieler durchaus zu überzeugen. Mit einigen cleveren defensiven Aktionen inklusive einem Block konnte Hukporti seinen Kollegen die nötige Auszeit sichern. Und die sollte noch Wirkung zeigen: Nach einer desaströsen ersten Spielhälfte drehten die Knicks einen 29-Punkte-Rückstand, um in letzter Sekunde noch den sensationellen Sieg und damit die 3:1-Führung in der Serie zu holen.
Ariel Hukporti (24) spielt seit 2024 bei den New York Knicks
Knicks-Coach über deutschen Hukporti: „Seine Minuten waren unglaublich!“
Obwohl er keine eigenen Punkte, Rebounds oder Assists liefern konnte, bekam der Deutsche für seinen Einsatz nach Spielende noch ein Extralob von New-York-Coach Mike Brown (56). „Ariel Hukporti. Wisst ihr, KAT (Karl-Anthony Town, d. Red.) hatte früh Fouls gesammelt, Mitch (Robinson, d. Red.) war erschöpft und dann haben wir halt Ariel aufs Feld geschickt. Seine Minuten waren unglaublich!“, freute sich der Trainer über Hukporti.
Schon vor Beginn der Finals hatte der Stralsunder betont: „Ich bin immer vorbereitet, ich bin immer bereit. Auch als dritte Option weiß man schließlich nie, was passiert. Es kann auch passieren, dass einer der Jungs früh Foulprobleme bekommt.“ So kam es dann auch – und Hukporti war zur Stelle.
Durch den historischen Comeback-Sieg reisen die Knicks nun mit einem großen Vorteil zu Spiel 5 zurück nach San Antonio (14.6., 2.30 Uhr), wo sie bereits den ersten NBA-Titel seit 53 Jahren klarmachen können. Hukporti wäre nach Dirk Nowitzki (47) und Isaiah Hartenstein (28) der dritte Deutsche mit einem Championship-Ring.

