Der BVB steckt in der Krise. Nach der 2:4-Pleite bei Kellerkind Holstein Kiel brennt der Schwarz-Gelbe Baum – und Trainer Nuri Sahin gerät immer mehr unter Druck.

Im Interview mit SPORT BILD (aktuelle Ausgabe) spricht Michael Ballack (48), 98-maliger Nationalspieler und Ex-Profi u.a. bei Leverkusen, Bayern und Chelsea, auch über die Situation der Dortmunder.

Der 48-Jährige auf die Frage, ob Nuri Sahin (36) ein besserer Trainer für den BVB als Vorgänger Edin Terzic (42) sei: „Beide Trainer haben viel zu viel Stallgeruch, um nicht zu verstehen, was das Problem beim BVB ist: die Mentalität. Es erinnert mich an das frühere Leverkusen, als immer die besten Spieler verkauft wurden und als Ziel nur die Champions-League-Teilnahme ausgegeben wurde. Es ist aber ein Unterschied, wenn ich sage: Ich will Meister werden.“

Ballack weiter: „Es ist allein vom Kopf her eine andere Herangehensweise. Dann kämpfe ich automatisch um die Champions League. Jetzt muss Dortmund aufpassen, nicht diesen Wettbewerb zu verpassen. Das kann nicht der Anspruch sein. Zumal die Borussia in der Champions League wieder ein anderes Gesicht zeigt – auf allerhöchstem Niveau. Wie vergangene Saison, als das Finale gegen Real erreicht wurde.“

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Quelle: BILD / DAZN

Der Ex-Capitano hat eine deutliche Erklärung dafür, woran es liegt, dass bei den Dortmundern in dieser Saison gerade auswärts nicht viel zusammenläuft: „Es fehlen ein, zwei absolute Top- und Führungsspieler im Kader, die dafür sorgen, dass Spiele wie bei Union oder Augsburg (jeweils 1:2-Niederlagen; d. Red.) ganz anders angegangen werden. So einer wie Leverkusens Granit Xhaka, ein Zentrum-Spieler, der klar den Takt vorgibt.“

Der 32-jährige Schweizer Xhaka war 2023 vom FC Arsenal nach Leverkusen gewechselt, war für Ballack „das entscheidende Puzzleteil, sodass Leverkusen vergangenes Jahr Meister und Pokalsieger wurde“.

Für den langjährigen Nationalspieler hat der BVB solche Typen wie Xhaka nicht: „Ein Julian Brandt, ein super Fußballer, ist das als Typ nicht. Ein Pascal Groß oder ein Nico Schlotterbeck sind es auch nicht. Der Verlust von Mats Hummels als Führungsspieler in der Kabine konnte nicht aufgefangen werden. Darum ist die Dortmunder Situation für mich kein Sahin-Problem.“

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