Der FC Liverpool dominiert die Premier League. Der Klub ist in Jahr eins nach Jürgen Klopp (57) Tabellenführer mit sechs Punkten Vorsprung.
Für SPORT BILD erklärt England-Experte Steffen Freund (54) den Höhenflug. Den Ex-Profi (machte für Tottenham und Leicester City zwischen 1999 und 2004 116 Premier-League-Spiele) hat die Entwicklung überrascht.
„Das ist schon erstaunlich. Ich muss zugeben, ich habe vor der Saison vorhergesagt, dass Man City und Arsenal den Titel wohl unter sich ausmachen. Aber mit Arne Slot wurde genau der Richtige ausgewählt“, sagt Freund.
Steffen Freund (54) war zwischen 2012 und 2015 bei den Spurs der erste deutsche Co-Trainer in der Premier League
Die Gründe aus seiner Sicht: „Liverpool hat wieder diese aggressive Frische, diese Gier, unbedingt Meister werden zu wollen. Dass es so gut funktioniert, hat auch mit der guten Arbeit von Jürgen Klopp in den neun Jahren davor zu tun. Zumal er die Fans ja auch aufgefordert hat, Slot zu vertrauen.
Und: „Wichtig war auch, dass er sein ganzes Trainerteam mitbringen konnte und im Klub so viel von sich aus funktioniert, dass er sich auf das Wesentliche konzentrieren konnte.“
Bleibt die Frage, ob Liverpool auch unter Klopp so dominant wäre.
Freund findet: nein. „Ich glaube nicht, dass es so gut gelaufen wäre. Ihm fehlte ja offensichtlich die Energie. Davon war kein Funken gelogen. Sein emotionales Coaching hätte er nicht mehr hinbekommen. Das war seine große Stärke dieses Mal: Er wollte es nicht so weit kommen lassen wie beim BVB, als er auf einmal am Tabellenende stand.“

Liverpool-Trainer Arne Slot (46) kam vor der Saison von Feyenoord
Trotz des Vorsprungs an der Spitze will sich Freund noch nicht auf einen Meister Liverpool festlegen.
Er sagt: „Es wird auch noch eine Phase kommen, in der die Mannschaft die vielen Spiele körperlich merken wird. Und sollte jemand wie van Dijk wegfallen, könnte es auch einen Negativ-Lauf wie bei Man City geben. Aber: Bleiben alle gesund, spielt Liverpool den besten Fußball, und maximal Arsenal kann ihnen den Titel streitig machen.“

