Der Name schwebt immer über Anfield. Jürgen Klopp (58) ist beim FC Liverpool die lebende Ikone. Trainer, Anführer, Liebling. Dass sich die Fans des Klubs den Deutschen zurück auf der Bank wünschen, sollte dessen Nachfolger und Meister-Trainer Arne Slot (47) scheitern, ist verständlich. Auch die Klub-Besitzer der amerikanischen Fenway Sports Group denken an Klopp.

Nach Informationen von SPORT BILD hat es aber noch keine offizielle Kontaktaufnahme für eine Rückkehr gegeben. Klopp war im Sommer 2024 als Trainer zurückgetreten und ist aktuell für den RB-Konzern als Fußball-Boss tätig. Ein Comeback beim LFC hatte er zuletzt offengelassen. Das macht Liverpool Hoffnung für den Fall, dass Slot die Wende nicht schafft.

Die Liverpool-Besitzer wünschen sich ein Klopp-Comeback, wenn Slot scheitern sollte

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Die Frist des Niederländers läuft bis Weihnachten. Bis dahin muss Slot – so soll es intern beschlossen sein – zumindest einen positiven Trend eingeleitet haben. Bis auf Platz zwölf war der Klub in der Liga abgerutscht. Tiefpunkt: 0:3 zu Hause gegen Keller-Klub Nottingham, vier Tage später 1:4 in der Champions League gegen Eindhoven.

Slots wichtigste Aufgabe ist es, die Kabine zu vereinen. Entweder schafft er es schnell oder er wird abgelöst. In Liverpool ist der Zusammenhalt eigentlich eine Selbstverständlichkeit und Basis für Erfolg. Der Sommer 2025 hat viel verändert. Liverpool hat sich verändert.

Nach der Meisterschaft wurden Spieler für knapp 500 Millionen Euro Ablöse verpflichtet. Der deutsche Superstar Florian Wirtz (22) kam für 140 Millionen Euro. Stürmer Alexander Isak (26) kostet noch einmal zehn Millionen mehr, ist der teuerste Profi in der Geschichte der Premier League. Der Umbruch sorgt für Spannungen in der Kabine.

Klopp-Comeback bei Liverpool? : „Auf Schultern würden Sie ihn wieder reintragen“

Quelle: BILD

Dort gab es zuvor mit Stürmer Mo Salah (33) und Kapitän Virgil van Dijk (34) zwei Spieler, die über 20 Millionen Euro pro Jahr kassieren – und damit wesentlich mehr als der Rest. Der Großteil der Mannschaft lag zwischen zwölf und 15 Mio. pro Jahr und akzeptierte die beiden Spitzen-Verdiener, weil sie den Erfolg garantierten.

Wirtz und Isak stiegen sofort in der höchsten Kategorie ein. Das sorgte für Getuschel. Sie wurden von den etablierten Stars besonders beäugt. Auch die weiteren Zugänge Hugo Ekitiké (23), Jeremie Frimpong (24) und Milos Kerkez (22) standen unter besonderer Beobachtung. Das blockiert das Miteinander und den Spirit bis heute. Spieler sprechen mit Vertrauten darüber, dass man keine Mannschaft sei. Hier die Meister, da die Neuen.

Mittendrin Salah, der Star der vergangenen Jahre. Der auf einmal weder seine Chancen konsequent nutzt, noch die neuen Mitspieler bedient. Er spielte trotzdem. In jedem Liga-Spiel unter Slot seit Sommer 2024 stand der Ägypter in der Startelf. 50-mal in Folge. Bis Sonntag.

Der Niederländer richtete die Mannschaft nach der Desaster-Woche neu aus, ließ bei West Ham im 4-2-3-1-System (statt 4-3-3) spielen. Mit Wirtz, der gegen Nottingham und Eindhoven verletzt fehlte, auf der Zehn und Isak als einzige Spitze. Wirtz leitete das 1:0 ein, Isak vollstreckte. Salah saß 90 Minuten draußen. Wirtz wurde zum „Man of the match“ gewählt.

Beim 1:1 am Mittwoch gegen Sunderland spielte Slot mit dem identischen System. Wirtz krönte ein tolles Solo zehn Minuten vor Schluss. Sein Schuss landete im Tor, rettete zumindest einen Punkt. Der Ex-Leverkusener war erneut bester Liverpooler Spieler.

Wirtz (l.) ist die Zukunft der Reds, Salah prägte die vergangenen Jahre

Wirtz (l.) ist die Zukunft der Reds, Salah prägte die vergangenen Jahre

Foto: David Klein/REUTERS

Salahs saß erneut lange auf der Bank. Sein Status bröckelt. Gegen Eindhoven verschuldete er das 1:2, den Genickbruch, weil er einen Defensiv-Lauf verweigerte. Sein Gegenspieler legte das Tor vor. Jeder konnte sehen, dass Salahs Ego Gift für die Mannschaft ist.

Womöglich hat Slot diesen Moment gebraucht, um die Zukunft einzuleiten.

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