Der Kantersieg der Rhein-Neckar Löwen in der Daikin Handball-Bundesliga über die HSG Wetzlar ist das eine. Das Fehlen einer äußerst prominenten Figur beim 41:27 (23:15) der Mannheimer in der SAP-Arena und die wahrscheinlich kurioseste Zeitstrafe der Saison sorgten für die weiteren großen Themen am Rande dieser Partie. Fazit am Ende: Die Löwen aus der Kurpfalz wissen nicht, wie es in der Chef-Etage personell in der Bundesliga weitergeht. Wetzlar aus Mittelhessen weiß nicht, ob es mit Leistungen dieser Art im Oberhaus weitergeht.
Neue Diskussionen um ehemaligen Handball-Star
Zuletzt hatte [–>SPORT BILD[–> enthüllt, dass es bei den Löwen zu Spannungen zwischen Geschäftsführer Holger Bachert, Trainer Maik Machulla und Sportchef Uwe Gensheimer gekommen sei und Gensheimers Weiterbeschäftigung beim Ex-Meister fraglich sein soll. Der [–>Mannheimer Morgen[–> berichtete im Nachgang davon, dass es schon im Verlauf der Europameisterschaft im Januar Gerüchte gegeben habe, dass es bei den Mannheimer Handballern „intern kriseln“ würde.
Beim klaren Sieg gegen Wetzlar war Diskussions-Mittelpunkt Gensheimer gar nicht in der Halle. Offizielle Begründung: Fieber und deshalb nötige Bettruhe. Im Hintergrund sorgt die plötzliche Erkrankung jedoch für neue Gesprächspunkte. Im Vorfeld der Partie hatte sich Trainer Machulla zu den Themen geäußert. Der Coach sagte in einer Presserunde unter anderem: „Ich bin auch nur Angestellter des Vereins, ich bin auch nur Trainer. Es liegt nicht an mir, Dinge zu bewerten oder zu entscheiden.“
Zwei Minuten für zukünftigen Zahnarzt
Machullas Mannschaft erledigte die Pflichtaufgabe bravourös. Der Isländer Haukur Thrastarsson glänzte mit 15 Treffern aus 18 Wurfversuchen, Torwart Mike Jensen mit 15 Paraden (50 Prozent Fangquote). Wetzlar jedoch kassierte die wahrscheinlich kurioseste Zweiminutenstrafe der bisherigen Spielzeit. Es war die 15. Minute in der SAP-Arena, Wetzlar bekam bei 7:10-Rückstand einen Siebenmeter zugesprochen. Schütze Tristan Kirschner ging auf die Platte und prompt wieder als Sünder zurück. Wetzlar hatte einen peinlichen Wechselfehler produziert, der zukünftige Zahn-Mediziner Kirschner bekam die dafür logische Zeitstrafe. Den Siebenmeter verwandelte stattdessen Dominik Mappes. Ebenfalls bedenklich war Wetzlars defensiver Output. Trainer Runar Sigtryggsson sauer: „Unser Abwehrverhalten war heute ein Tiefpunkt. Wenn wir weiterhin so in der Abwehr spielen, werden wir keinen Punkt mehr holen.“

