Für die Stars des FC Bayern war das Champions-League-Finale am Samstag ein bitterer Tag. Beim Endspiel in München saßen sie nur dahoam auf dem Sofa. Stattdessen gewann Paris Saint-Germain mit 5:0 gegen Inter Mailand, das Bayern im Viertelfinale ausschaltete. Die Franzosen konnten zum ersten Mal den Titel holen, nachdem es 2020 noch ein 0:1 im Endspiel gegen den deutschen Rekordmeister gegeben hatte.

Kurios: Ohne Mbappé, Neymar und Messi läuft es für PSG jetzt viel besser. Lothar Matthäus (64) erklärte schon vor dem Endspiel gegenüber SPORT BILD: „Ich habe meinem Freund Nasser (PSG-Boss Al-Khelaifi; d. Red.) seit Jahren gesagt: Euer Prinzip mit vielen Superstars wie Mbappé, Messi und Neymar mag gut für Trikotverkäufe und Merchandising sein, aber damit Titel zu gewinnen, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.“

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus

Foto: Getty Images

Matthäus hat es in seiner Karriere selbst erlebt, wie es ist, wenn es in einer Mannschaft zu viele Häuptlinge gibt. „Da gibt es zu viele Eitelkeiten, die sich negativ auf das Mannschaftsgefüge auswirken. Das war auch bei den Teams von PSG in der Vergangenheit der Fall. Für einen Messi mögen andere Spieler gerne laufen, nicht aber zusätzlich noch für einen Mbappé und einen Neymar. Das konnte nicht funktionieren. Geschweige denn Mbappé oder Neymar für Messi.“

Durch die Trennung von den Superstars hat sich bei PSG auch das Gehaltsgefüge stark verändert. Top-Verdiener ist jetzt Ousmane Dembélé (28) mit 18 Mio. Euro im Jahr. „Es war klug von PSG, die Gehaltsstruktur zu ändern“, erklärt der Sky-Experte – und wird deutlich: „Mit Ousmane Dembélé hat der absolute Spitzenverdiener ein Gehalt, das bei Bayern mehr als ein halbes Dutzend Spieler wie Gnabry, Goretzka & Co bekommen. Die nächsten Besserverdiener bei Paris nach Dembélé bekommen nicht mehr als in München die Profis, die schon zum hinteren Drittel des Gehälter-Rankings wie ein Upamecano zählen. Bayern muss bei Vertragsverlängerungen daher nun Härte zeigen. Da können sie von Paris lernen, PSG ist da ein Vorbild. Sie haben ihre Finanzpolitik in den vergangenen Jahren geändert.“

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Quelle: BILD / Instagram

Die Franzosen sorgten bereits vor dem Sieg in der Königsklasse im Achtelfinale mit dem Ausschalten des FC Liverpool für Aufsehen. Im Halbfinale setzte sich das Team von Trainer Luis Enrique (55) gegen Arsenal durch. Matthäus: „Das aktuelle Team ist das stärkste Paris, das ich bisher gesehen habe. Auch, weil ein Dembélé oder Kvaratskhelia sich trotz ihrer individuellen Qualität einordnen und auch mal für Defensivarbeit mit nach hinten laufen. Dazu kommt ein Donnarumma, der aktuell in der Form seines Lebens hält.“

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