Das war wohl der letzte Beweis, dass diese Mannschaft nicht bundesligatauglich ist.
Der SC DHfK Leipzig bleibt siegloser Letzter der Daikin Handball-Bundesliga, kassiert bei Aufsteiger GWD Minden eine heftige Klatsche – 26:32.
Das Keller-Duell versprach Spannung. Und es wurde spannend. Zumindest in der ersten Halbzeit. Da agieren beide Teams noch auf Augenhöhe. Und auch, wenn beiden Mannschaften der ein oder andere Fehler unterläuft, ist es Kampf, aber kein Krampf.
Leipzig bricht nach der Pause völlig ein
Minden mit dem besseren Start – und dem 7:4 (11.). Doch die Leipziger, bei denen Matej Klima nach seiner Bauchmuskel-Verletzung zurückkehrte, schlagen mit einem 4:0-Lauf zurück. Beim 8:8 sieht sich GWD-Trainer Aaron Ziercke zur Auszeit gezwungen. „Ihr versucht, den Ball reinzutragen. Wir müssen Eier in der Hose haben“, fordert er.
Kurios dann: Morten Hempel Jensen semmelt neben das Tor und knallt das Mikro von Dyn weg. „Habt hoffentlich eine gute Haftpflichtversicherung“, lacht Kommentator Lennart Wilken-Johannes. Noch verrückter: Mit dem Pausenpfiff gibt es noch einmal Freiwurf für die Gastgeber. Den zimmert Philipp Vorlicek allerdings voll ins Gesicht von Klima. Keine Absicht. Er bekommt trotzdem eine Zwei-Minuten-Strafe verpasst.
15:16 zur Pause. Knapp, obwohl Leipzig-Torwart Domenico Ebner mit acht Paraden drei mehr hat als sein Gegenüber Malte Semisch. Zudem ist die Wurfquote der Leipziger (64 Prozent) deutlich besser als die der Mindener (56).
Irre Handball-Szene: Fan bereitet Tor in der Bundesliga vor
Franz Semper wirft dann auch gleich mal die erste Drei-Tore-Führung für die Leipziger heraus (15:18) – die dann jedoch vollends in sich zusammenfallen. Mit schlechten Würfen wird Semisch (kommt am Ende auf 18 Paraden/41 Prozent) erst richtig heiß geworfen.
Die Sachsen verlieren völlig den Kopf, Minden spielt sich dagegen in einen Rausch. Nach 44 Minuten sind die plötzlich 24:19 vorn. Und DHfK-Trainer Raul Alonso tobt in seiner Auszeit mit einem Misch aus Englisch und Deutsch: „Attack here, verdammte Scheiße.“
Es ändert nichts. Leipzig ergibt sich am Ende hilflos in sein Schicksal und wird in der Verfassung im nächsten Jahr zweitklassig sein. Minden dagegen bejubelt seinen dritten Saisonsieg.


