Vor einer Woche ist Fortuna Düsseldorf in die 3. Liga abgestiegen – jetzt trennen sie sich von ihrem Manager. Nach SPORT BILD-Informationen wird der Klub am Sonntag die Trennung von Sven Mislintat (53) bekanntgeben, die schlussendlich auch einvernehmlich ist.
Der Nachfolger von Klaus Allofs (69) hatte den Plan, Fortuna komplett zu verändern und das auch zwei Tage nach dem Abstieg in einer Medienrunde angedeutet. Nach nur einem halben Jahr (im Dezember übernahm der Ex-Dortmunder für Klaus Allofs) ist auch Schluss, weil Mislintat erkannt hat, dass seine Vision offenbar nicht umsetzbar ist – und sein Nachfolger steht auch schon fest: Samir Arabi (47) wird neuer Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf.
Im März 2023 endete für den gebürtigen Aachener seine 12,5-jährige Amtszeit bei Arminia Bielefeld, seitdem war er ohne Job. Auf der Alm war Arabi erst sportlicher Leiter, dann Sport-Geschäftsführer, er erlebte vier Aufstiege (3x von der 3. in die 2. Liga und einmal in die Bundesliga) und drei Abstiege. 2023 ging die Arminia-Legende, nachdem er selbst sein Aus vorgeschlagen hatte.
Im Winter bekam Mislintat den Vorzug vor Arabi
Seit der ersten Aufsichtsratssitzung nach dem Abstieg am Mittwoch hatte es bereits Gerüchte um ein mögliches Mislintat-Aus gegeben, seit einigen Tagen ist der Plan kontret und die Gespräche mit Arabi wurden aufgenommen. Eine Einigung war aus einem bestimmten Grund kein Problem, denn bereits im Winter war der Ex-Bielefelder nach BILD-Informationen kurz davor, die Allofs-Nachfolge anzutreten, der Zuschlag ging aber an Mislintat. Mit einem halben Jahr Verspätung kommt Arabi nun doch und soll den Verein aufrichten, nachdem Mislintat zuletzt völlig zu Recht beschrieben hatte, wie katastrophal es um ihn steht.
Ein Ex-Düsseldorf und ein Neu-Fortune in Bielefeld: Samir Arabi (r., 47) im Gespräch mit Frank Kramer (54).
Nach dem Abstieg hatte der Aufsichtsrat sofort Klub-Boss Alexander Jobst (52) sein Vertrauen ausgesprochen und per Handschlag eine gemeinsame Drittliga-Zukunft beschlossen. Bei Mislintat gab es keinerlei Treuebekundungen, jetzt ist auch klar, warum. Übrigens: Auch mit Finanzvorstand Arnd Hovemann (52), dessen Vertrag nicht für die 3. Liga gültig ist, gab es nach BILD-Informationen bislang keine Gespräche, ob er weitermachen darf oder nicht.
Das Mislintat-Aus kommt trotzdem überraschend, er arbeitete bereits an neuen Verträgen für Florian Kastenmeier (28) und Matthias Zimmermann (33), war mit Jorrit Hendrix (31) auf einem sehr guten Weg, ihn zurück nach Düsseldorf zu holen. Seine Transfer-Vorarbeiten sind nun auf Eis gelegt, Arabi muss jetzt praktisch bei Null anfangen – und Fortuna verliert ganz wichtige Zeit, die sie nicht hat. Schon in einem Monat startet die Vorbereitung, von einer Mannschaft für Alexander Ende (46), der nach BILD-Informationen trotz des Managerwechsels Trainer bleibt, ist Fortuna aber noch ganz weit entfernt.
Fortuna-Entscheidung nicht aus sportlichen Gründen
Warum also das Mislintat-Aus, das den Klub weiter zurückwirft? Sportlich gab es Kritik an den Manager-Entscheidungen, die Treffer-Quote der Wintertransfers passte nicht und er hielt zu lange an Markus Anfang (51) fest. Aber BILD weiß: Rein aus sportlichen Gründen wäre Mislintat NICHT geflogen, zumal er mit sieben abgeschlossenen Verträge, die auch für die 3. Liga gültig sind, dafür sorgte, dass nun immerhin ein paar Spieler noch im Kader sind.
Aus dem Klub heißt es, mehrere Personen bei Fortuna hätten sich seit dem Abstieg über den baldigen Ex-Manager beschwert, vor allem in der Mannschaft und im Umfeld des Teams habe sich Mislintat angeblich Feinde gemacht. Auch seine nach Fortuna-Meinung unstrukturierte Art passe vielen nicht, mit dem Aufsichtsrat war der Ex-Dortmunder auch bereits aneinandergeraten.
Aber: Es war keine reine AR-Entscheidung, sondern auch eine des Rest-Vorstandes, der die offenbar problematischen Strömungen aus dem Verein wahrgenommen hat. Den muss jetzt Arabi wieder aufpeppen – auch wenn es Fortuna einem gerade sehr schwer macht, da ehrlich dran zu glauben.

