Das Dinwiddie-Debüt!
Der NBA-Star legt bei den FC Bayern Basketballern los und siegt bei seiner Premiere in der Euroleague gegen Virtus Bologna mit 86:70 (41:38).
Erst am Dienstag ist Spencer Dinwiddie (32) in München gelandet, hat kurz die Mannschaft kennengelernt und gehört am Donnerstagabend gegen Bologna zum Team.
Das Dinwiddie-Debüt
Es ist DER Mega-Coup in der BBL-Geschichte, für den US-Amerikaner ist es die erste Station im Ausland. Dinwiddie kommt aus einer Top-Saison, absolvierte 79 Spiele (im Schnitt elf Punkte) für die Dallas Mavericks.
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NBA-Glanz im SAP-Garden
Vor elf Jahren schaffte der 1,98-Meter-Mann aus Los Angeles den Sprung in die NBA, spielte u.a. für LA Lakers, Brooklyn Nets und Dallas Mavericks. Zuletzt unterschrieb er im Juli bei Charlotte Hornets für 3,6 Millionen, letzte Woche wurde der Vertrag gekündigt. Eine seiner besten Saisons war 2019/20, als er im Schnitt 20,6 Punkte pro Partie für die Nets erzielte.
Weltmeister-Coach Gordon Herbert (66) nimmt ihn direkt in Schutz, sagt bei Magenta: „Das ist jetzt alles Eingewöhnungszeit. Das kann Tage, Wochen oder Monate dauern.“
Zunächst sitzt er auf der Bank.
Dafür gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Seit dieser Saison spielt Ex-Fan-Liebling Carsen Edwars (27) in Bologna – an der Seite von Karim Jallow (28). Der gebürtige Münchner startete seine Karriere bei den Bayern, erlebte seinen Durchbruch bei Ulm, mit denen er Meister und letzte Saison Vizemeister wurde. Jetzt ist Jallow Leistungsträger in Italien.
Die Bayern, mit Rückenwind nach dem Sieg gegen Real Madrid vor zwei Tagen, starten gut.
Dann kommt Dinwiddie nach 5 Minuten 49 Sekunden auf den Court, einige im SAP-Garden reiben sich die Augen, mit dabei auch Bayerns Fußball-Star Serge Gnabry und Präsident Herbert Hainer.
Kurios: Ausgerechnet beim Debüt des Superstars ist der SAP-Garden (11 500 Zuschauer) zum ersten Mal seit der Eröffnung im letzten Jahr nicht ganz ausverkauft.
Auf seine ersten Punkte muss der Guard aber erst mal warten.
Offensiv-Feuerwerk? Fehlanzeige. Beide Teams suchen den Rhythmus, nach sieben Minuten Spielzeit nimmt Herbert den NBA-Star wieder runter. Noch fehlt die Bindung zum Spiel – aber wen wundert es? Jetlag (acht Stunden Zeitunterschied zwischen Los Angeles und Deutschland) in den Knochen, kein Training mit dem Team und eine völlig neue Liga.
Kurz vor der Halbzeit kommt er wieder. Doch das Spiel ist bestimmt von Ballverlusten (bis dahin neun auf beiden Seiten). Bester Werfer bis dahin: Jo Voigtmann (10 Punkte). Mit einer knappen 41:38-Bayern-Führung geht es in die Halbzeit.
Zwischenfazit: Wenig Dinwiddie, noch weniger Edwards auf der anderen Seite.
Wer dreht in der zweiten Hälfte auf? Zunächst Bologna! Edwards macht sechs schnelle Punkte, die Italiener gehen zum ersten Mal mit fünf Punkten in Führung (46:51).
Und dann trifft endlich Dinwiddie: Im dritten Viertel, noch 3.28 Minuten auf der Uhr, macht der Multi-Millionär (rund 90 Millionen während seiner NBA-Karriere verdient) seine ersten Punkte, bringt die Münchner zum 53:53-Ausgleich. Der SAP-Garden und die Bayern-Bank jubeln. Am Ende kommt er auf sechs Punkte und drei Assists.
Im letzten Viertel drehen die Bayern auf, immer wieder ist es Dinwiddie, der u.a. Justinian Jessup (27/kam von ratiopharm Ulm) in Szene setzt. Jessup macht neun Punkte in acht Minuten – seine beste Leistung bisher im Bayern-Dress. Zwei Minuten vor Schluss ist das Team von Gordon Herbert mit 81:65 auf und davon.
Dinwiddie nach dem Spiel: „Großartige Fans, das macht Spaß. Und dann noch der Sieg, alles super. Ich bin erst seit 36 Stunden hier, aber das fühlt sich alles gut an. Wir wollen gewinnen. Immer. Deshalb sind wir hier.“
Für die Bayern geht es am Montag (20 Uhr, live bei DYN) weiter in der BBL gegen Heidelberg im BMW-Park in München.


