Stuttgart wird zum Party-Crasher!

Der VfB gewinnt den DFB-Pokal, stürmt Drittligist Bielefeld mit 4:2 vom Platz. Dabei hilft der Mannschaft von Sebastian Hoeneß ein Tor-Sprint in der ersten Halbzeit.

So rauscht sich der VfB zum Pokalsieg – während sich Underdog Bielefeld den Party-Pott verdient.

Bielefeld-Fans zünden Pyro und Rauchtöpfe am Alexanderplatz

Foto: Schneider

Am Final-Tag war Berlin schwarz-weiß-blau, die Berliner Tourismusgesellschaft „VisitBerlin“ geht von 100 000 Arminia-Fans in der Hauptstadt aus, von Gegner Stuttgart wurden 25 000 Fans erwartet.

Arminia-Trainer Kniat sagte: „Das Finale gegen Stuttgart ist das größte Spiel der Vereinsgeschichte.“

Und die frenetischen Fans feiern eine XXL-Party in der Hauptstadt!

Weit über 100 000 Karten hätte Arminia verkaufen können. Alle Trikots sind vergriffen, Bielefeld setzte 15 000 Jerseys ab – so viele wie nie zuvor. In der Saison 2024/25 wird der Klub über drei Millionen Euro allein durchs Merchandising einnehmen. Rekord.

Stuttgart holt den Pokal in Berlin

Stuttgart holt den Pokal in Berlin

Foto: Getty Images

Doch eine Krönung bleibt aus.

Dabei legt zunächst Bielefeld richtig gut los, verpasst die frühe Führung nur denkbar knapp.

Ein guter Arminia-Angriff endet bei Sarenren Bazee, der am Fünfer komplett frei zum Abschluss kommt – und nur die Latte trifft (12.).

Und wer sie vorne nicht macht …

15. Minute: Bielefeld bekommt den Ball nur unzureichend geklärt, Woltemade wird von Stiller angespielt, setzt sich stark gegen Arminias Abwehr-Mann Russo durch und bleibt anschließend vorm Tor eiskalt. 1:0 für den VfB, der Underdog in Schock-Starre.

Bitter, Bielefeld – und es kommt noch viel, viel schlimmer. Weil die Arminia den VfB zum Tore Schießen einlädt …

Titel-Trainer Sebastian Hoeneß

Titel-Trainer Sebastian Hoeneß

Foto: ODD ANDERSEN/AFP

22. Minute: Nach eigener Ecke haut Stiller den Ball weg, Bielefelds Hintermannschaft ist sich uneinig und plötzlich ist Undav nach Millot-Pass völlig frei durch. Der DFB-Stürmer legt kurz vorm Tor noch einmal quer, sodass Millot nur noch einschieben muss.

Die beste Abwehr der abgelaufenen Drittliga-Saison schenkt sich die Tore selbst ein.

28. Minute: Großer, von Beruf Innenverteidiger, treibt den Ball ins Mittelfeld – und verliert die Kugel an Stiller. Der setzt mit einem Pass Undav ein, der es dieses Mal selber macht und zum 3:0 aus VfB-Sicht trifft.

13 Minuten, die den VfB zum ersten Pöttle-Triumph seit 1997 (damals unter Jogi Löw) sprinten lässt.

Damit ist auch klar: Der VfB spielt nächstes Jahr europäisch, ist als Pokal-Sieger automatisch in der Gruppenphase der Europa League gesetzt.

Pokal-Held Nick Woltemade

Pokal-Held Nick Woltemade

Foto: Tom Weller/dpa

Hätte Bielefeld das Final-Wunder vollbracht, wäre der Aufsteiger der erste unterklassige Klub in Europa seit Aachen (2004/05) gewesen. Sogar Uefa-Offizielle inspizierten bereits das Stadion.

Doch am Ende reichts nicht.

Weil Stuttgart auch nach der Pause weitermacht: Wieder Millot (66.) – erneut nach einem Patzer der Arminia – macht die Pokal-Party des VfB perfekt.

Trotzdem: Auch bis zur letzten Minute feuern die Arminia-Anhänger ihre Mannschaft lautstark an. Und feiern kurz vor Schluss durch Kania (82.) und Vagnoman per Eigentor (85.) sogar noch den doppelten Ehren-Treffer.

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