Kultfigur. Maskottchen. Urgestein. Physio Aggy Mock hat bei den Basketballern in Trier einen ganz besonderen Status.

Es kommt selten vor, dass Aggy Mock sprachlos ist. Doch als der langjährige Masseur der Gladiators Trier am Sonntag vor der Fankurve stand, die ihn mit einer beeindruckenden Choreo verabschiedete, staunte selbst Mock ungläubig. 1111 Spiele hat er seine Gladiators betreut. Über 30 Jahre. Gegen Ulm gab es die Ehrung für sein Lebenswerk. T-Shirts, angeklebte Rauschebärte, dazu die Ehrung durch den Klub. Und die gigantische Choreo.

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Quelle: BILD/ DYN

„Das war schon ein bisschen übertrieben. Ich bin doch nur ein einfacher Masseur“, sagt Mock (66) im Gespräch mit SPORTBILD. „Es gibt doch noch so viele andere, die auch in Rente gehen.“

Mock, ein einfacher Masseur? Alles, aber nur das nicht! „Ich hatte schon geahnt, dass die einen Anschlag auf mich vorhatten“, sagt er leicht kopfschüttelnd. Doch warum hört er jetzt auf, mitten in der Saison? Mock nennt zwei Gründe: „Mir liegt Karneval in der Familie. Und was ist da passender, als mit 1111 Spielen aufzuhören.“

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Der zweite Grund ist nicht so lustig, leider. Mock: „In den letzten zwei Jahren ging’s mir nicht gut. Da kam eins zum anderen. Ich konnte mich kaum noch bewegen, war meist mit dem Rollator unterwegs.“ Seine Erkrankungen waren vielfältig. Herz-Rhythmus-Störungen, eine neue Hüfte, Osteoporose. Und dazu eine falsche Diagnose, die ihm eine mehrwöchige Quarantäne im Krankenhaus einbrachte.

„Mein Problem ist: Mir fehlt die körperliche Fitness. Die kommt auch nicht mehr wieder“, erzählt er. „Ich kann nicht länger als eine Viertelstunde stehen. Dann geht der Schmerz los. Das ist auf Dauer kein Zustand. Für mich steht aber die Mannschaft im Vordergrund. Und ich kann im Spiel einfach nicht mehr das leisten, was sie braucht.“

Foto: BILD

Das Trierer Urgestein gibt ehrlich zu: „Wäre ich gesund, wäre mir der Abschied deutlich schwerer gefallen. So bin ich ganz froh, dass es vorbei ist.“ Doch so ganz kann er es (noch) nicht lassen. „Ich gehe nicht in Vollrente, mache beim Klub noch etwas weiter“, gibt er zu. „Aber zwei Stunden vorm Spiel fällt für mich der Hammer. Dann gehe ich als normaler Fan auf die Tribüne. Das wird mir nicht schwerfallen. Denn ich merke, dass ich da unten nicht mehr hingehöre.“

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