Auf den Liga-Frust folgt die Europapokal-Lust.
Alba Berlin ist zurück in der Spur. Der Ex-Meister schlägt in der Basketball-Champions-League Aserbaidschan-Klub Sabah BC mit 106:82 – und macht damit als letztes von insgesamt acht Teams den Gruppensieg in der Vorrunde perfekt. Durch den Erfolg spart sich Alba die Play-Ins, ist direkt fürs Achtelfinale qualifiziert.
Verrückter BBL-Moment: TV-Kommentator interviewt sich selbst
Und zeigt die richtige Reaktion auf die Peinlich-Pleite vom Wochenende. Da verloren die Albatrosse völlig überraschend und krachend beim Schlusslicht Hamburg Towers, die zuvor 24 (!) Pflichtspiel-Niederlagen in Folge kassiert hatten. Die Berliner kamen aus einer elf Spiele währenden Siegesserie.
Nach der 80:99-Schmach von Hamburg hatte Alba-Coach Pedro Calles mit Blick auf das Sabah-Spiel gesagt: „Was uns betrifft, müssen wir aus dem Duell gegen Hamburg lernen: Um Spiele zu gewinnen, brauchen wir 40 Minuten volle Konzentration und Energie – egal gegen welchen Gegner.“
Das beherzigten seine Spieler gegen den Außenseiter – erst zögerlich, dann aber richtig. Zu Beginn ist es ein wildes Scheibenschießen, Alba muss sich erst in die Partie reinarbeiten, führt nach dem ersten Viertel knapp mit 25:24, hat aber auch da schon Probleme mit den agilen Gästen. Und die werden im zweiten Viertel sogar noch größer. So groß, dass Berlin zur Pause gegen das Schlusslicht seiner Vierergruppe zurückliegt – 42:46.
Alba mit Leistungs-Explosion nach der Halbzeitpause
Dyn-Kommentator Chris Schmidt mit treffendem Fazit: „Das ist mir in Sachen Energie und Einsatz – angesichts der Chance, die Play-Ins zu umgehen – zu wenig Hustle, zu wenig Intensität, zu wenig Physis und Härte, was Berlin anbietet.“
Als hätten die Profis die Ansage gehört, legen sie in den zweiten zwanzig Minuten den Schalter um – und wie! Alba kommt mit einem 5:0-Lauf aus der Kabine und schnappt sich erstmals seit zehn Spielminuten die Führung (47:46).
Die bauen sie nach einem 14:5-Lauf weiter aus (57:51). Schmidt begeistert: „Das ist ein ganz anderer Auftritt als noch in der gesamten ersten Hälfte von Berlin. Jetzt haben sie auch die Lücken, gehen den Bällen nach. Beste Phase der Berliner im ganzen Spiel. Schaut euch das mal an, sie doppeln! Dass ich das noch erleben darf.“
Eine wahre Leistungs-Explosion! Das dritte Viertel gewinnen die Hausherren mit 33:12 (!) – und legen damit den Grundstein für den fünften Sieg im sechsten Gruppenspiel. Am Ende wird es noch richtig deutlich gegen die überforderten Gäste aus Baku – wonach es zur Halbzeit ganz und gar nicht ausgesehen hatte.
Stark: Gleich fünf Berliner treffen zweistellig: Moses Wood (17), Norris Agbakoko (16), Sam Griesel (15), Bennet Hundt (14/plus 11 Assists!) und Justin Bean (10) sind für mehr als zwei Drittel der Punkte verantwortlich.
Jetzt gilt es, die Form bis zum Bundesliga-Wochenende zu konservieren. Am Samstag (18.30 Uhr/live bei Dyn) kommt BBL-Vizemeister Ratiopharm Ulm in die Uber Arena.


