Lage auf Schalke bleibt angespannt, und das über viele Jahre.

Denn das Reglement der DFL besagt, dass alle verschuldeten Klubs ihr negatives Eigenkapital jährlich um fünf Prozent senken müssen – ansonsten droht ein Punktabzug in der Liga. Derzeit beträgt das negative Eigenkapital des Vereins 98 Millionen Euro. Bedeutet: In den nächsten Jahren muss der Zweitligist stets einen Gewinn zwischen vier und fünf Millionen Euro erwirtschaften, um straffrei zu bleiben.

Zuletzt gelang es, diese Auflage zu erfüllen. Was der Revier-Klub auch Taylor Swift (35) zu verdanken hat, dem Superstar aus dem Musik-Geschäft. Sie trat im vergangenen Jahr gleich dreimal in der Veltins-Arena auf, auch AC/DC und Rammstein gaben sich die Ehre. Insgesamt 13 Konzerte fanden in der Arena von S04 statt. Hinzu kamen Sport-Veranstaltungen wie die „Biathlon World Team Challenge“ oder die Champions-League-Spiele des ukrainischen Klubs Shakhtar Donetsk, die wegen des Russland-Krieges in der Ukraine dort ausgetragen wurden.

Nach SPORT BILD-Informationen nahm der Verein im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Euro durch die Vermietung des Stadions ein. Also genau die Summe, die am Ende den Gewinn in der Bilanz ausmachte.

Pro Konzert kassiert Schalke rund 200 000 Euro an Miete. Da dem Zweitligisten das Stadion selbst gehört und er zudem die Catering-Rechte besitzt, ist es ein höchst lukratives Geschäft. Das Problem: Für dieses Jahr sind lediglich sieben Konzerte angesetzt. Mit Robbie Williams (51) und Bruce Springsteen (75) kommen zwar große Namen, doch die Einnahmen in diesem Sektor werden geringer ausfallen.

Die zweite Hiobsbotschaft für die Finanz-Abteilung: Weil Schalke im Sommer aller Wahrscheinlichkeit nach in die dritte Zweitliga-Saison in Folge gehen wird und die Platzierungen zuletzt sehr bescheiden waren, sackt der Klub im TV-Ranking ab. Die Bosse haben bereits kalkuliert: Nach jetzigem Stand gäbe es in der kommenden Saison rund drei Millionen Euro weniger.

Folge: Dem Klub bleibt kaum eine andere Wahl, als Spieler im Sommer zu verkaufen. Ein heißer Kandidat: Rechtsverteidiger Taylan Bulut (19). Der deutsche Junioren-Nationalspieler steht bei vielen Klubs auf dem Zettel, in der Bundesliga etwa beim SC Freiburg oder auch beim englischen Erstligisten Nottingham.

Für Schalke wird es von großer Bedeutung sein, für welchen Klub sich Bulut entscheiden wird. Denn: Die Höhe der Ausstiegsklausel ist an Länder und Erfolg des Käufer-Klubs gekoppelt. Schafft Freiburg es tatsächlich in die Champions League – derzeit liegen die Breisgauer auf Platz sechs, drei Punkte hinter den Quali-Rängen – bekommt der Pott-Klub sieben Millionen Euro für Bulut. Spielt Freiburg nicht in einem internationalen Wettbewerb, sinkt die Summe um eine Million Euro. Am besten wäre es aus Sicht von S04, wenn ein englischer Verein den Zuschlag erhält. Dann läge die Ablöse bei zehn Millionen Euro.

Der Drahtseilakt auf Schalke geht weiter. Und wird noch Jahre andauern.

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Quelle: BILD/Instagram @acmilan

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