Der SC Magdeburg kassiert in der Handball-Champions-League nach zuletzt zwei Siegen wieder eine Pleite. Einen Spieltag vor Schluss der Vorrunde unterliegt der Deutsche Meister bei Kolstad (Trondheim/Norwegen) mit 27:31. Immerhin: Für die Playoffs war man vorher schon sicher qualifiziert.
Das hätte es beim Fußball nicht gegeben: Handball-Szene verwirrt TV-Zuschauer
Das Team von Trainer Bennet Wiegert (43) reist mit einer Rumpftruppe nach Skandinavien. Jüngste Hiobsbotschaft: Der Ausfall von Spielmacher Gisli Kristjanson, der sich letzte Woche in der Champions League gegen Aalborg am Fuß verletzt hatte und wochenlang ausfällt.
Neben ihm sind auch Manuel Zehnder (25/Knie), Oscar Bergendahl (29/Sprunggelenk), Omar Ingi Magnusson (27/Sprunggelenk), Albin Lagergren (32/Oberschenkel) und Christian O’Sullivan (33/Knie) zum Teil seit Wochen nicht einsatzfähig. Zudem fehlte Lukas Mertens, aber aus einem erfreulichen Grund. Er wird Papa. Dafür schaffte es Hinspiel-Held Albin Lagergren (8 Tore beim 32:25-Erfolg vergangenen September) wieder in den Kader.
Doch für den verläuft der Abend direkt wieder schmerzhaft. Als wären die unzähligen Verletzten nicht schon genug, tut sich Lagergren zu Beginn des zweiten Durchgangs kräftig weh.
Was ist passiert? Erst wird der Schwede am Kreis von seinem Gegenspieler zu Boden gerissen, bleibt liegen, hält sich das Gesicht. Teamkollege Philipp Weber kommt an den Ball, setzt direkt über Lagergren (!) zum Sprungwurf an – und erwischt diesen beim Landen mit dem linken Fuß am Oberkörper. Autsch!
Weber landet auf Mitspieler Lagergren
Beide bleiben zunächst auf dem Hallenboden liegen, Betreuer kommen aufs Spielfeld. Lagergrens Gegenspieler bekommt zwei Minuten für sein Foul, und beide Magdeburg-Stars können zum Glück weitermachen.
Ähnlich unglücklich wie diese Aktion verläuft die gesamte Partie für den SCM.

Weber reklamiert, Lagergren hat Schmerzen. Der Ausflug nach Norwegen hat sich für Magdeburg nicht gelohnt
Kein Team schafft es in den ersten 30 Minuten, sich mehr als ein Tor Vorsprung zu verschaffen – ausgeglichener kann eine Halbzeit nicht sein. Wiegert in der Auszeit bei 9:10 aus Magdeburger Sicht: „Das Ergebnis ist noch verdammt gut, für das was wir gerade machen. Wir haben sehr viel mit uns zu kämpfen. Schmeißen wir weg, was war.“
Mit 15:14 für die Gastgeber geht es in die Kabinen. Nach der Pause liegen die Magdeburger nicht einziges Mal in Führung. Vielmehr ziehen die Hausherren davon, erhalten sich so ihre eigene Chance auf die Playoffs.
Wiegert ärgert sich in einer Auszeit: „Wir gewinnen gerade keinen Zweikampf, keinen einzigen!“ Bester Magdeburger Werfer wird Matthias Musche mit acht Treffern.
Das letzte Gruppenspiel steigt nächsten Mittwoch zu Hause gegen den Tabellenvierten Szeged. Da die Ungarn parallel einen Punkt gegen Tabellenführer Barcelona ergatterten (29:29), liegen sie nun zwei Punkte vor dem SCM. Heißt: Magdeburg braucht im direkten Duell einen Sieg mit mindestens drei Toren Differenz, um sie noch zu überholen (das Hinspiel verlor Magdeburg mit 29:31). Platz vier hätte den Vorteil, dass Magdeburg im Playoff-Rückspiel Heimrecht genießen würde.
Vorher geht es für das Wiegert-Team aber in der Liga weiter. Am Sonntag (18.30 Uhr/Dyn) gegen das noch punktlose Schlusslicht Potsdam (17 Spiele, 17 Niederlagen).


