Die nächste Sensation dieser Weltmeisterschaft ist perfekt! Nach Deutschlands 7:1-Gala gegen Curaçao hatte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass ausgerechnet Europameister Spanien zum Auftakt stolpern würde. Doch genau das ist passiert: Die Iberer kamen gegen WM-Neuling Kap Verde nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus.
Vor dem Anpfiff schien die Rollenverteilung eindeutig. Hier der amtierende Europameister, dort ein Debütant mit gerade einmal rund 500.000 Einwohnern. Statt einer erwarteten Machtdemonstration entwickelte sich jedoch ein Spiel, an dem sich Spanien die Zähne ausbiss.
Spanien lange ideenlos
Besonders in der ersten Halbzeit fehlte dem Favoriten nahezu jede Durchschlagskraft. Ohne die zunächst angeschlagenen Offensivstars Lamine Yamal und Nico Williams tat sich die Mannschaft von Luis de la Fuente enorm schwer.
Bezeichnend: Erst nach einer Viertelstunde gab Spanien überhaupt den ersten Torschuss ab. Die beste Gelegenheit vor der Pause hatte Ferran Torres, dessen Abschluss in der 39. Minute nur an der Latte landete.
Die neu eingeführte Trinkpause nach 22 Minuten nutzte Trainer de la Fuente zu einer lautstarken Ansprache. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war der spanische Coach sichtbar unzufrieden. Kap Verde verteidigte dagegen leidenschaftlich und rettete das überraschende 0:0 in die Halbzeit.
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Auch Yamal kann Spanien nicht retten
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Spanien den Druck deutlich. Die Europameister schnürten Kap Verde phasenweise tief in der eigenen Hälfte ein. Doch die große Chance blieb aus.
Vor allem Torwart Vózinha entwickelte sich zum Matchwinner des Außenseiters. Mit mehreren starken Paraden hielt er seine Mannschaft im Spiel und brachte die spanischen Angreifer zunehmend zur Verzweiflung.
In der 71. Minute reagierte de la Fuente und brachte schließlich auch Lamine Yamal. Das Stadion erhob sich, doch selbst der Superstar konnte die Wende nicht erzwingen. So verteidigte Kap Verde das torlose Remis bis zum Schlusspfiff und feierte den wohl größten Erfolg seiner Fußball-Geschichte. Für Spanien dagegen ist der Fehlstart in die WM perfekt.
Schon jetzt steht fest: Gegen Saudi-Arabien am Sonntag (18 Uhr) muss der Europameister eine deutliche Leistungssteigerung zeigen, wenn er nicht schon früh im Turnier unter Druck geraten will.

