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Die Handball-Heim-WM 2027 kann kommen. Die Gruppen sind ausgelost, Deutschland erwischte mit Serbien, Tunesien und Uruguay eine machbare Vorrunden-Gruppe. Doch hinter den Kulissen sorgt ein anderer Gegner für Gesprächsstoff.

Ausgerechnet IHF-Präsident Hassan Moustafa (81) fehlte am Mittwoch bei der WM-Auslosung in München. Der mächtigste Mann des Welthandballs – nicht da! Eine bemerkenswerte Szene. Man stelle sich vor, Fifa-Boss Gianni Infantino würde einer WM-Auslosung fernbleiben. Kaum vorstellbar. Offiziell wurde das Fernbleiben von Moustafa mit anderen Terminen erklärt. Doch beim Deutschen Handballbund (DHB) wird seit Monaten über die Beziehung zum IHF-Boss gesprochen. Nach SPORTBILD-Informationen gilt es als offenes Geheimnis, dass der Ägypter noch immer verärgert ist.

Foto: BILD

Der Hintergrund: Bei der IHF-Präsidentschaftswahl im Dezember 2025 wurde mit Unterstützung des DHB ein Gegenkandidat gegen Moustafa ins Rennen geschickt. Der gewann die Wahl zwar am Ende souverän, doch die Verstimmungen sind offenbar geblieben. Jetzt tritt einer auf den Plan, der beide Seiten kennt wie kaum ein anderer: Füchse-Boss und Italiens Nationaltrainer Bob Hanning (58). Der frühere DHB-Vize hat in seiner Funktionärs-Karriere viele Gespräche mit Moustafa geführt. Und er glaubt nicht, dass die Vergangenheit schon aufgearbeitet ist.

Hanning wirbt um Verständnis für Handball-Funktionäre

Hanning zu SPORT BILD: „Ich glaube, dass da immer noch eine Verärgerung eine Rolle spielt.“ Er wirbt um Verständnis für den umstrittenen Welthandball-Boss. „Es gibt keinen Menschen, der für Handball–Deutschland mehr getan hat als Hassan Moustafa. Wir wären heute nie da, wenn er uns nicht dahin gebracht hätte“, so Hanning. Er erinnert daran, dass Deutschland über viele Jahre von seinem guten Verhältnis zum IHF-Präsidenten profitiert habe. Auch die WM 2027 in Deutschland sei ein Beleg für die Bedeutung des deutschen Marktes im Welthandball. Hanning: „Dass er verärgert ist bei dem, was er für uns getan hat, das kann ich sehr nachvollziehen.“

IHF-Präsident Hassan Moustafa blieb der WM-Auslosung in München fern

Foto: Getty Images

Hanning bittet auch um mehr Verständnis im Umgang mit internationalen Funktionären: „Wir müssen auch mal akzeptieren, dass Deutschland mit den Werten, die wir vorgeben, nicht der Nabel der Welt ist.“ Klar ist: Die Fronten sollen nicht dauerhaft verhärtet bleiben. Hanning kann als Weichspüler dienen. „Ich werde alles versuchen, beiden die Hand zu reichen und zu versuchen, sie noch mal zusammenzubringen.“ Auf die SPORTBILD-Frage, was er dem DHB im Umgang mit Moustafa raten würde, erklärt Hanning diplomatisch: „Es ist nicht meine Aufgabe, dem größten Verband etwas zu raten.“ Dann schiebt er aber hinterher: „Aber vielleicht ist es meine Aufgabe, beide wieder zusammenzuführen. Und dafür werde ich alles tun.“

Bis zum Start der Heim-WM (13. Januar 2027) in München soll der Streit mit dem „Handball-Infantino“ Geschichte sein.

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