62 Sekunden vor Schluss stockte den Basketball-Fans in der Berliner Uber Arena der Atem. Grund: Alba-Star Jack Kayil lag nach einem ganz üblen Foul am Boden.
Und das war passiert: Alba führt haushoch, das Spiel gegen Heidelberg ist längst entschieden. Kayil zieht zum Korb, springt ab, als die Brutalo-Armschranke von Heidelbergs Horne ihn komplett ausknockt.
„Darum seid ihr Letzter!“ Die Alba-Fans sind stinksauer. Pfeifkonzert gegen die Heidelberger. Kayil windet sich vor Schmerzen, die Teamkollegen sind sofort da. Horne kriegt dafür „nur“ ein Unsportliches Foul. Es dauert ein paar Minuten, dann steht Kayil wieder. Macht sogar einen der beiden Freiwürfe rein. Endstand: 87:62.
Zum Spiel: Alba zuletzt mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen. Die Academics dagegen mit sechs Pleiten in Folge, darunter auch das Aus vor drei Tagen in den Play-ins der Champions League gegen Nymburk.
Basketball-Spiel abgebrochen: Unglaubliche Szenen in der Champions League
Dazu das Weathers-Problem: Seit dem 21. Dezember hat Michael Weathers (28) nicht mehr für die Academics gespielt. Die Trennung der Heidelberger von seinem Bruder Marcus (28) habe ihn emotional sehr mitgenommen, teilte der Klub am Freitag mit. Das ist knapp zwei Wochen her. Doch auch in Berlin war Michael nicht am Start. „Er ist aktuell verletzt, wir erwarten ihn aber zeitnah zurück im Mannschaftstraining“, sagte Alex Vogel, Sportlicher Leiter der Heidelberger, in der Halbzeit auf SPORT BILD-Nachfrage. Verletzt oder nicht: In Anbetracht der letzten Entwicklung scheint fraglich, ob er das Saisonende als Academics-Spieler erlebt. Oder doch noch den Verein verlässt. Wie sein Bruder Marcus. Der unterschrieb am Freitag in Polen bei Arka Gdynia.

Marcus Weathers (l.) musste gehen, Michael Weathers kann derzeit nicht spielen
Heidelberg ohne Weathers, Alba ohne Sam Griesel. „Ich habe schon seit längerem Knieprobleme“, so der Forward. „Dienstag habe ich eine Kernspin-Untersuchung. Aber ich denke nicht, dass es etwas Ernsthafteres ist. Ich hoffe, dass sich das linke Knie nach einer Woche Pause wieder beruhigt.“

Heidelbergs Sportlicher Leiter Alex Vogel
Ohne ihn kommen die Berliner nur schwer in Tritt, liegen nach vier Minuten mit 2:9 zurück. Doch zehn Alba-Punkte in Folge drehen das Spiel innerhalb von drei Minuten. Alba jetzt klar spielbestimmend, dominiert schwache und vor allem schwach besetzte Heidelberger nach Belieben. Bereits zur Halbzeit (45:26) ist vor 8300 Zuschauern alles entschieden. Alba spielt im ersten Match des Jahres in der heimischen Uber Arena gut, ohne ernsthaft gefordert zu werden. Höchste Führung: +27 in der 23. Minute nach einem Hermannsson-Korbleger.
Alles scheint auf einen entspannten Basketball-Nachmittag für die Berliner hinauszulaufen. Bis es dann kurz vor Schluss zu der Schock-Szene mit Kayil und Horne kommt …
Beste Spieler: Jack Kayil (Alba/19 Punkte), Ryan Mikesell (Heidelberg/15 Punkte)


