Es sollte schon wieder nicht sein …
Bayerns Basketballer verlieren am 11. Spieltag der EuroLeague bei Anadolu Efes. In der Türkei setzt es eine ärgerliche wie vermeidbare 72:74-Niederlage.
Basketball-Stars schenken sich nichts: Fieses Foul am eigenen Zwillings-Bruder!
Tragischer Held erneut: Superstar Spencer Dinwiddie. Sein Dreier-Versuch unter starker Bedrängnis drei Sekunden vor Schluss, der den Sieg hätte bringen können, fällt nicht. Bayern verliert. Wie schon am Mittwoch gegen Barcelona, als der Ex-NBA-Star in den Schlusssekunden von der Freiwurflinie patzte und die Münchner dadurch die Verlängerung verpassten.
Beim Türkei-Gastspiel (dem ersten von 7(!) Euro-Auswärtsspielen in Folge) fehlt den Bayern nicht nur erneut Chef-Coach Gordon Herbert (Post-Covid-Symptome). Ihn vertritt wie schon gegen Barcelona am Mittwoch Co-Trainer TJ Parker.
Auch eine ganze Reihe Stars sind nicht mit von der Partie: Jo Voigtmann, Wenyen Gabriel, Kamar Baldwin und auch Weltmeister Andreas Obst (Schonung für den Pokal-Kracher am Sonntag bei BBL-Tabellenführer Trier) werden schmerzlich vermisst.
Trotzdem legt der deutsche Meister einen Top-Start hin, führt nach eineinhalb Minuten 5:0. Doch dann? Wachen die Gastgeber mal so richtig auf und legen einen 16:0-Lauf (!) hin. Bayerns Spitzen-Beginn völlig für die Katz.
Aber: Die Münchner fangen sich wieder, beenden das erste Viertel „nur“ mit einem Fünf-Punkte-Rückstand (14:19) und gleichen sogar zu Beginn des zweiten Abschnitts aus (19:19). Und bleiben dran. Erst durch zwei Dreier in Folge können sich die Türken kurz vor der Pause wieder etwas Luft verschaffen. Mit 42:34 werden die Seiten gewechselt.
Kurios: Das Spiel findet nicht in Anadolus Heim-Halle in Istanbul statt, sondern in Antalya. Auf Initiative vom örtlichen Tourismusverband, der auch Sponsor von Anadolu ist. Die 10.000 Karten waren nach weniger als zwei Stunden vergriffen. Die Atmosphäre stimmungsvoll.
Trotz teilweise ohrenbetäubender Lautstärke verschlafen die Bayern den Wiederbeginn völlig und liegen nach einem 0:6-Lauf plötzlich mit Minus 14 hinten. Das sieht gar nicht mehr gut aus.
Doch nach sieben Zählern in Serie sind sie umgehend wieder in Schlagdistanz. Und das bleiben sie auch bis zum Ende.
Für einen Efes-Akteur ist es ein ganz besonderes Spiel: Nick Weiler-Babb. Er verließ die Münchner im Sommer Richtung Türkei und trifft nun erstmals seine ehemaligen Teamkollegen wieder. Ihm gelingen sechs Punkte und acht Assists.
In der letzten Minute ist das Parker-Team auf zwei Zähler dran, nachdem es zwischenzeitlich Minus 15 waren. Und mit der Siegchance in Ballbesitz! Was den Bayern ohne Super-Shooter Obst zum Verhängnis wird: Die schwache Quote von draußen: Nur neun von 32 (!) Dreier-Versuchen finden ihr Ziel (28 Prozent). Unter den Fehlversuchen ist auch der erwähnte Dinwiddie-Wurf, der doch noch alles zum Guten hätte wenden können.
So aber ist es zu wenig, um die an diesem Abend und in der gesamten Euroleague-Saison keinesfalls überragenden Türken (mit vier Heimpleiten aus fünf Spielen schwächstes Heim-Team) in Bedrängnis zu bringen.


