Für Florian Wirtz (22) läuft es beim FC Liverpool noch nicht so wie erhofft. Nur eine Vorlage in den ersten zehn Pflichtspielen, noch kein Treffer für den deutschen Nationalspieler. Das gab es in Wirtz‘ bisheriger Karriere so noch nicht.
Kritik am Ex-Leverkusen-Star kam schnell auf der Insel. England-Legende Wayne Rooney (39) beispielsweise sagte: „Ich sehe nicht, dass er in das System passt.“ Weitere ehemalige Fußball-Größen und jetzige Experten äußerten sich ähnlich.
Jetzt wurde auch Emmanuel Petit (55) nach seiner Meinung über den Spielmacher gefragt. Der französische Weltmeister von 1998 äußerte sich wesentlich differenzierter als so mancher Ex-Kollege.
Emmanuel Petit (55)
Der ehemalige Arsenal- und Chelsea-Star sagte beim Wettanbieter „Boyle Sports“ über Wirtz: „Florian Wirtz kommt in eine neue Kultur und Umgebung mit erheblichem Druck. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass er die Ablösesumme wert ist, bei allem Respekt, den ich ihm als Spieler entgegenbringe.“
Das komplette Wirtz-Paket soll die „Reds“ rund 140 Millionen Euro gekostet haben. Nach Ansicht von Petit können solche Summen zu einer großen Belastung für die Spieler sein: „Er kommt mit diesem Preis nach Liverpool und muss vom ersten Spiel an Leistung bringen. Können Sie sich den Druck vorstellen? Aber so ist es nun mal, er muss sich behaupten und die Erwartungen erfüllen.“
Petit vermutet, dass auch Wirtz selbst die Ablöse als zu hoch empfinde. „Ich denke, manche Spieler leiden unter den Vereinbarungen zwischen den Klubs. Wenn man ihn fragen würde, würde er wahrscheinlich sagen, dass er dieses Geld nicht wert ist, aber so ist nun mal die Realität“, sagte der Franzose.
Für den ehemaligen Defensivspieler, der nach dem WM-Triumph 1998 im eigenen Land zwei Jahre später mit Frankreich auch Europameister wurde, ist es eine System-Frage, warum Wirtz in Liverpool noch nicht den Durchbruch geschafft habe.
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Petit: „Leverkusen spielte oft mit Kontern, was ihm Raum zur Entfaltung gab. Liverpool dominiert seine Gegner, daher ist die Taktik eine andere.“
Er sei sich aber sicher, dass Wirtz‘ Liverpool-Engagement noch zu einer Erfolgsgeschichte wird. „Ich verstehe, dass es Zeit brauchen wird, bis er seinen Stil an die Premier League angepasst hat. Er ist talentiert, daher glaube ich, dass er Erfolg haben wird, aber er wird mehr Spiele und ein besseres Verständnis mit seinen Teamkollegen brauchen“, sagte Petit.


