Sein Vorgänger als Chef im DBB-Team war Robin Benzing (36). Vor der Heim-EM 2022 hatte der damalige Bundestrainer Gordon Herbert (67) den Big Man (167 Länderspiele) nach fünf Jahren im Amt aus dem Aufgebot gestrichen. Benzing geht mittlerweile bei Zweitligist Gießen 46ers in seine letzte Saison. Um fit zu sein, nahm er über den Sommer sogar noch mal 15 Kilo ab!
Außerdem arbeitete Benzing im Sommer als Assistent von Chef-Trainer Christian Held (37) bei der U20-EM in Griechenland für den DBB. Wie es das Los so wollte, trafen die beiden nun im BBL-Pokal aufeinander, denn Held ist im Hauptberuf neuer Coach von Rasta Vechta.
In der vorgezogenen Partie verlor der Assi gegen seinen Chef. Das BBL-Team setzte sich gegen hart kämpfende Gießener mit 80:70 (41:39) durch.
BBL-Pokal: Rasta Vechta schmeißt Zweitligist Gießen 46ers und Robin Benzing raus
Am Traditions-Standort Gießen (5x Deutscher Meister) hat man trotzdem große Ambitionen. Diese Saison wollen die 46ers mit Benzing nach vier Jahren in der ProA endlich zurück in die Bundesliga – und bis 2030 zu den Top-12-Klubs in Deutschland zählen.
Vor zwei Jahren hatten die Gießener in der ersten Pokal-Runde schon einmal für eine Überraschung gesorgt und den damaligen Erstligisten Hakro Merlins Crailsheim ausgeschaltet (79:73). Doch Trainer Bransilav „Frenki“ Ignjatovic (58) bremste schon vor dem ersten Sprungball im Interview bei „Dyn“: „Wir gehen in das Spiel wie in ein weiteres Testspiel – das beste Testspiel, das man haben kann.“
Für BBL-Vertreter Vechta wurde das erste Pflichtspiel nach einer durchwachsenen Vorbereitung ebenfalls zum Härtetest!
Gießen war vor 1809 Fans in der Sporthalle Ost heiß, obwohl wegen eines defekten Rauchschutzvorhangs 460 Plätze weniger zur Verfügung standen. Und überraschte Rasta mit intensiver Verteidigung – 12:5 (5.). Erst in der achten Minute übernahm der Erstligist die Führung. Und erspielte sich im zweiten Viertel zunächst die Kontrolle (36:23/14.).
Doch so schnell gaben die Gießener nicht auf und kämpften sich wieder ran. Vechtas lautstarker Trainer Christian Held (37) war so schon bei seiner zweiten Auszeit total heiser gebrüllt! Dyn-Kommentator Stefan Koch (61) mitfühlend: „Wir haben erst Mitte September! Aber wie will Christian Held im Mai klingen, wenn er keine stimmbandschonende Medikation zu sich nimmt?“
Mega-Empfang im Video: So euphorisch feiern die Fans unsere Riesen!
Auch nach der Pause bleibt es eine enge Kiste. Gießen erwirft sich am Ende des dritten Viertels sogar wieder die Führung (56:52). Doch in den letzten zehn Minuten setzt sich der Erstligist durch. Dank Tommy Kuhse (27)!
Der aus Italien zurückgekehrte MVP-Kandidat hatte Teile der Vorbereitung mit einer Muskelverletzung verpasst. Daher hatte er zunächst Abstimmungsprobleme, warf in den ersten beiden Angriffen den Ball zum Gegner. Doch dann kam Kuhse immer besser rein. Und war am Ende mit 25 Punkten gleich wieder Topscorer. Kuhse bei Dyn: „Wir wussten, dass es hart wird. Es ist früh in der Saison. Das ist nicht immer hübsch und ein bisschen schlampig.“
Für Vechta geht es Mittwoch in der Qualifikation für den Fiba Europe-Cup gegen den BC Balkan Botevgrad aus Bulgarien weiter (19.30 Uhr).
Gießen startet Samstag in Kirchheim in die ProA-Saison. Benzing: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, wir können zufrieden sein, haben ein bisschen Probleme in der Offensive gehabt. Das Spiel kann man als Motivation nehmen. Wir haben gut mitgehalten, drei Viertel lang. Ich glaube, wir sind guter Dinge für den Saisonstart.“


