Normalerweise läuft es im Basketball so: Ein Profi aus Nordamerika unterschreibt in der Easycredit BBL, um sich ins Schaufenster für die finanzstarken Ligen in Südeuropa zu stellen. Wenn es gut läuft, nutzt er die Liga als Sprungbrett – und ist nach einem Jahr für immer weg.

Tommy Kuhse (27) geht den umgekehrten Weg! Vor zwei Jahren wurde der Aufbauspieler von Rasta Vechta bei der Wahl zum MVP Zweiter hinter Würzburgs Otis Livingston II. Auch Kuhse entschied sich damals zu einem Wechsel nach Italien.

Doch im Sommer gelang der Transfer-Coup: Vechta holte gegen den Trend einen Star zurück in die Liga!

„Es ist großartig, zurück zu sein“, sagt Kuhse. „Auf eine komische Weise fühlt es sich an, wie nach Hause zu kommen. In den letzten Sommern in den USA hatte ich den Eindruck, als wäre ich weg von zu Hause – und sobald ich wieder in Europa war, fühlte es sich wie Heimat an. Es ist lustig, wie sich das umgekehrt hat.“

Bei Derthona Tortona in Italien debütierte Kuhse in der Champions League. Und kam in der italienischen Liga pro Spiel auf 10,1 Punkte, 4,4 Assists und 2,6 Rebounds – auch wenn sein Klub am Ende die Play-offs verpasste. Als danach die Anfrage von Vechtas Sportchef Gerrit Kersten-Thiele (45) kam, unterschrieb Kuhse gleich für zwei Jahre bei seinem Ex-Klub! Und plant auch privat seine Zukunft: Im Sommer 2026 heiratet er seine College-Liebe Jennifer an einem romantischen See in Ontario/Kanada.

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„Ich war sechs Jahre auf demselben College (Saint Mary’s, d.Red), was wirklich eine besondere Erfahrung war“, erzählt Kuhse. „Daher klang es sehr attraktiv für mich, bei einem Klub in Europa mehrere Jahre zu verbringen. Es ist eine wirklich gute Organisation. Vechta ist eine kleine Stadt, aber eine gute Stadt. Und die Menschen sind sehr freundlich. So ziemlich jeder ist Rasta-Fan, die gesamte Atmosphäre rund und um den Klub ist gut.“

Rasta Vechta: „Wie nach Hause kommen“: MVP-Kandidat Tommy Kuhse zurück in der BBL!

Außerdem spürt Kuhse – auch bedingt durch den EM-Titel der Nationalmannschaft – eine Aufbruchstimmung. „Es ist eine großartige Zeit, um in Deutschland Basketball zu spielen. Ich bin ein Fan des deutschen Basketballs. Die Erfolge der Nationalmannschaft machen die Liga stärker und steigern das Interesse der Fans.“

Kuhses Vorfahren stammen aus der Gemeinde Steinfeld, ganz in der Nähe von Vechta, und wanderten im 19. Jahrhundert aus. Um eine doppelte Staatsbürgerschaft hat sich der Mann aus Arizona allerdings bislang nicht bemüht. Sagt aber: „Wenn sich die Gelegenheit ergeben würde, würde ich versuchen, es voranzutreiben.“

Die Drama-Schlussphase: Hier werden wir Europameister!

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Quelle: Magenta Sport

Als Kuhse vor zwei Jahren das erste Mal in Vechta unterschrieb, kannten nur Insider den 1,88-Meter-Mann mit glattrasiertem Schädel. Nun sind die Erwartungen an den ehemaligen MVP-Kandidaten gestiegen. Doch damit hat er kein Problem: „Ich spiele sehr gerne Basketball unter Druck. Das liebe ich. Mein Haupt-Fokus ist es, dafür zu sorgen, dass unser Team gut ist. Dann wird auch jeder individuell Erfolg haben.“

Nach einer ruckeligen Vorbereitung mit einigen Verletzungen eröffnet das Team des neuen Trainers Christian Held (37) am Sonntag im Pokal bei Zweitligist Gießen 46ers (15 Uhr, live bei Dyn/Anzeige) die Saison. Die Partie muss vorgezogen werden, weil Rasta am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Qualifikation für den Fiba Europe-Cup gegen den BC Balkan aus Bulgarien ran muss.

„Wir sind auf einen Kampf eingestellt“, betont Kuhse. „Es macht Spaß, gleich mit einem K.o.-Spiel anzufangen. Das wird die Intensität auf beiden Seiten nach oben treiben. Inzwischen weiß ich, wie großartig diese Pokal-Spiele sind und wie wichtig sie für den Klub sein können. Darum bin ich total eingeloggt. Das ist das erste richtige Spiel, das zählt.“

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