Sie ist die Chefin aller deutschen Schiedsrichter im Deutschen Handballbund (DHB): Jutta Ehrmann (61) war zwischen 1990 und 2009 eine der besten Schiedsrichterinnen der Welt, pfiff unter anderem auch 103 Bundesliga-Spiele bei den Männern.

Für SPORT BILD erklärt sie die neuen Regeln, die der Weltverband (IHF) zur Saison 2025/26 eingeführt hat und die auch in der Daikin Handball-Bundesliga, zur Anwendung kommen.

Die Liga startet am Mittwoch (19 Uhr, live bei Dyn) mit der Eröffnungspartie TSV Hannover-Burgdorf gegen den VfL Gummersbach.

Foto: BILD

Das ist neu in der Handball-Bundesliga

Kopftreffer beim Torwart

Bei Kopftreffern, sowohl beim Siebenmeter als auch bei direkten Freiwürfen, wird die Rote Karte durch eine Zeitstrafe ersetzt.

Ehrmann: „Ja, es ist richtig, dass es hier eine erneute Anpassung im Regelwerk gibt. Wenn der Torhüter aus dem laufenden Spiel oder beim Siebenmeter auf den Kopf getroffen wird, wird dies mit einer Zwei-Minuten-Strafe sanktioniert. Gleiches gilt beim direkten Freiwurf – also nur am Ende der Halbzeit oder am Spielende –, wenn der Schütze einen Abwehrspieler auf den Kopf trifft.“

Nullschritt

Der Nullschritt ist nun auch aus dem eigenen Prellen heraus erlaubt. Das bedeutet, dass, wenn ein Spieler den Ball fängt, während seine Füße den Boden nicht berühren, das Aufsetzen eines Fußes oder beider Füße gleichzeitig nicht als Schritt gewertet wird.

Ehrmann: „Das Thema Schritte ist natürlich ein Dauerbrenner und wird bestimmt ein Dauerbrenner bleiben. Ziel dieser Regelanpassung ist es, Bewegungsabläufe der Angreifer in allen Situationen identisch zu bewerten.“

Spieler- und Offiziellen-Anzahl

Die erlaubte Spieleranzahl steigt von 14 auf 16 und die Anzahl der Offiziellen von vier auf fünf.

Ehrmann: „Bei internationalen Großevents wie der WM oder den Olympischen Spielen wurden bereits fünf Offizielle sowie 16 Spieler zugelassen. Dies wurde jetzt im Regelwerk manifestiert, und daher übernehmen wir das in Deutschland jetzt für alle Ligen.“

Unsportliches Verhalten

Ein Mannschaftsoffizieller, der außerhalb des Spielfelds steht und den Ball oder einen Spieler berührt, während er Anweisungen gibt, erhält eine Zeitstrafe.

Ehrmann: „Hier geht es lediglich darum, wenn ein Trainer – vor allem in engen Hallen – aus Versehen im Rahmen seines Coachings einen Spieler oder den Ball berührt, nicht mit einer Disqualifikation, sondern lediglich mit einer Zeitstrafe bestraft wird. Wenn ein Trainer jedoch bewusst ins Spiel eingreift, dann muss er natürlich konsequent bestraft werden. Diese Fälle sind aber zum Glück eine Ausnahme. Sollten sie trotzdem passieren, wird es mit einer Disqualifikation geahndet.“

Neue Stars in der Liga

Meister Füchse Berlin hat sich den Weltklasse-Norweger Tobias Grondahl (24, kam von GOG Gudme/Dänemark) geangelt, Vizemeister SC Magdeburg hat sich wegen der nachträglichen Doping-Sperre für Torwart Nikola Portner (31) mit Kroatiens Nationalkeeper Matej Mandic (23, kam von RK Zagreb) verstärkt. Der SC DHfK Leipzig hat den Isländer Blaer Hinriksson (23, kam aus Afturelding) verpflichtet. Hinriksson spielte als Jugendlicher in Spielfilmen mit und wurde dafür preisgekrönt.

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