Seit über 50 Jahren ist der Supercup das Duell der Giganten: Champions-League-Sieger gegen Europa-League-Gewinner. Ein Abend, ein Pokal, klare Sache. Doch damit könnte bald Schluss sein. Die Uefa denkt über eine komplette Neuauflage nach.
Laut der englischen Zeitung „The Telegraph“ will der Verband den Wettbewerb ab 2028 zu einem Mini-Turnier mit vier Teams ausbauen. Geplant wären zwei Halbfinals und ein Endspiel – alles binnen weniger Tage. Neben den Gewinnern von Champions und Europa League könnten zwei weitere Klubs eingeladen werden, doch wer das sein könnte, ist noch unklar.
Der Grund: Vermarktung und Reichweite. Die Uefa sieht im aktuellen Format kaum noch Wachstumspotenzial. Das diesjährige Finale zwischen Paris Saint-Germain und Tottenham Hotspur (4:3 n.E) fand in Udine (Italien) statt, in einem Stadion mit nur 25.000 Plätzen. Andere Bewerber für die Austragung? Fehlanzeige. In Nyon, dem Hauptsitz der Fifa, glaubt man: Für große Show braucht es größere Bühnen.
Deshalb könnte der neue Supercup sogar außerhalb Europas steigen, im Gespräch sind Saudi-Arabien, Katar oder die USA. Eine US-Agentur soll weltweit finanzstarke Partner suchen, die bereit sind, für das Event tief in die Tasche zu greifen.
Bei den Fans sorgt die Idee für Ärger: Wieder ein Stück Fußballtradition, das zugunsten der Kommerzialisierung geopfert wird. Kritiker verweisen auf Spanien, wo der nationale Supercup seit 2020 im Final-Four-Modus und in Saudi-Arabien ausgetragen wird – mit Millionen-Einnahmen, aber wenig Begeisterung bei den Anhängern.
Der Uefa-Supercup hat eine lange Tradition: 1972 erstmals ausgetragen, holte Ajax Amsterdam den ersten Titel. Deutscher Premierensieger war 2013 der FC Bayern München, 2020 folgte der zweite Triumph des deutschen Rekordmeisters.
Doch in der bisherigen Form könnte diese Geschichte bald ein Ende finden …

