Riesenschock für den deutschen Handball.
Das Quasi-Aus für Frauen-Meister HB Ludwigsburg! Nachdem die Betreibergesellschaft HB Ludwigsburg GmbH & Co. KG vor zwei Wochen beim Amtsgericht Ludwigsburg einen Insolvenz-Antrag gestellt hatte, ist nun klar: Die wirtschaftliche Grundlage für eine weitere Saison in der Handball-Bundesliga ist mit dieser Mannschaft nicht gegeben. Alle Spielerinnen können sich nun neue Vereine suchen.
Handball: Meister HB Ludwigsburg lässt alle Spielerinnen gehen
„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber sie war nach sorgfältiger Prüfung unumgänglich“, erklärt Dr. Holger Leichtle, vorläufiger Insolvenzverwalter. „Unter diesen Bedingungen ist es den Spielerinnen nicht zumutbar, weiterhin an ihre Verträge gebunden zu bleiben. Wir haben die Mannschaft heute über die Lage informiert.“
Vor dem Barockschloss in Ludwigsburg wurde im Juli gar noch das neue Mannschaftsfoto geschossen. Jetzt stehen die Top-Spielerinnen aus acht Nationen quasi auf der Straße. Darunter auch so prominente Stars wie Deutschlands Handballerin des Jahres Xenia Smits oder DHB-Supertalent Viola Leuchter.
„Trotz intensiver Gespräche mit allen Beteiligten konnte keine tragfähige Lösung gefunden werden, um die Finanzierung der kommenden Saison sicherzustellen. Die bestehende, über einen längeren Zeitraum entstandene, Finanzierungslücke konnte seit Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens vor rund zwei Wochen nicht geschlossen werden“, heißt es in der Mitteilung. Nach Informationen von SPORT BILD sollen sich inzwischen Schulden in Höhe von rund zwei Millionen Euro angehäuft haben.
Ludwigsburg war zuletzt das Maß aller Dinge im Frauenhandball: Meister 2022, 2023, 2024, 2025. 2021, 2022, 2023, 2025 den Pokal gewonnen. Dazu Siege im Supercup und in der EHF European League – das Team räumte fast alles ab, was es zu gewinnen gab.
Wie geht es nun weiter? „Trotz dieser schwierigen Ausgangslage wird weiterhin geprüft, ob eine Fortführung des Projekts in kleinerem Rahmen mit reduzierter finanzieller Ausstattung möglich ist. Auch die Spielerinnen wurden darüber informiert, dass entsprechende Überlegungen und Gespräche dazu aktuell noch laufen – mit dem Ziel, doch noch eine Perspektive für den Standort zu schaffen“, heißt es weiter.
Bedeutet: Es wird versucht, ein weitaus billigeres Team aufzustellen, um irgendwie doch noch in der Bundesliga antreten zu können.
Die Pleite des Meisters kommt auch deshalb zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im Herbst gibt es die Heim-WM im Frauen-Handball.

